Kriminalität | Schüsse im S-Bahnhof: Mann trifft Polizistin in den Kopf

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Die Beamtin schoss ebenfalls, auch der Täter wurde verletzt. Außerdem seien zwei unbeteiligte Personen durch Schüsse verletzt worden.

Gegen den Verdächtigen sei Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. "Die ersten Maßnahmen", sagt Andrä, "verlaufen unauffällig". Jemand wollte ein Messer gesehen haben - das allerdings hinterher nicht gefunden wurde. Der 30-jährige Polizist nimmt mit Block und Stift die Personalien des Täters auf. Nach Angaben des Polizeisprechers versuchte der Mann, Beamte vor eine einfahrende S-Bahn zu schubsen. Denn einer der Randalierer kann sich die Dienstwaffe eines Beamten greifen. Es gibt eine Rangelei, beide gehen zu Boden. Dessen Kollegin schoss auf den 37-Jährigen, dieser wiederum auf die 26 Jahre alte Frau, sie wurde am Kopf getroffen und schwebte in Lebensgefahr. Sie sei aber stets geladen. Der Mann konnte sämtliche Sicherungsvorrichtungen überwinden.

"Aus einem Routineeinsatz, den wir viele Hundert Mal im Jahr durchführen, ist plötzlich ein brutales Gewaltverbrechen geworden", sagt Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä hinterher betroffen. Der Schütze aber feuerte das Magazin leer, warf die Waffe weg und floh verletzt. Streifen der Münchner Polizei und der Bundespolizei stellten ihn kurz darauf. Über etwaige Vorstrafen oder eine kriminelle Vergangenheit war zunächst ebenso wenig bekannt wie über die Hintergründe der Tat oder ein mögliches Motiv.

Die Polizei hat die Lage unter Kontrolle. 200 Kräfte waren im Einsatz unter anderem mit Spezialeinsatzkommandos und Hubschrauber.

Nach dem Vorfall waren zahlreiche Einsatzfahrzeuge in der Bahnhofstraße. Womöglich habe der Beamte eine Sicherung gelöst, um im Ernstfall schnell an die Waffe zu kommen, erläutert Andrä. Mitarbeiter der Spurensicherung waren am Tatort.

Über den Bahnhof Unterföhring fährt die S-Bahn-Linie 8, eine der beiden Möglichkeiten mit der Bahn zum Münchner Flughafen zu kommen. Die Strecke war auch am Nachmittag noch gesperrt. Es gebe keinerlei Hinweise und Anzeichen für einen Terrorverdacht, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums München. Der 27-Jährige gilt als psychisch krank und soll schuldunfähig sein. Der aus dem hessischen Grünberg bei Gießen stammende Mann hatte am frühen Morgen des 10. Mai 2016 wild um sich gestochen. Der Mann stamme aus dem Raum München, sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins. "Die bayerische Polizei trägt die Waffe immer geladen". Ob die Waffe da schon entsichert war, stand zunächst nicht fest.

Bei einer anschliessenden Rauferei gelangte der Täter an die Pistole des Polizisten, von der er auch sofort Gebrauch machte. Eine Nutzung im Affekt durch einen Laien soll damit ausgeschlossen werden.

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