Brexit - May: Verhandlungen beginnen kommende Woche

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Die britische Premierministerin, die durch die soeben erfahrene Wahlschlappe massiv geschwächt ist, wurde von einem Präsidenten empfangen, der nach der ersten Runde der Parlamentswahlen am Sonntag stärker dasteht denn je.

Paris. Der Kontrast war nicht zu verleugnen und auch kaum zu übertünchen: Mit Theresa May und Emmanuel Macron trafen sich in Paris eine Regierungschefin und ein Staatschef zu einem Arbeits-Abendessen, die momentan nicht gleich fest und sicher im Sattel der Macht sitzen. "Die Tür ist natürlich immer noch offen, solange es keine abgeschlossene Verhandlung über den Brexit gibt", sagte er nach dem Treffen mit May im Elyseepalast. Nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Macron sagte May, der Zeitplan bleibe in Kraft.

Bisher war vereinbart, dass die Gespräche zwischen London und Brüssel am kommenden Montag aufgenommen werden sollen. Das war zuletzt fraglich geworden, weil die Regierung in London noch nicht steht. Macron nannte einen schnellen Start der Verhandlungen wichtig.

Frankreichs Präsident Macron hält einen Verbleib Grossbritanniens in der Gemeinschaft aus Sicht der verbleibenden EU-Staaten weiter für möglich.

Vor dem Treffen von May und Macron hatte EU-Verhandlungsführer Michel Barnier vor Verzögerungen bei den Verhandlungen gewarnt. May verhandelte am Dienstag mit der nordirischen Democratic Unionist Party (DUP) über eine Zusammenarbeit. Unter den acht Menschen, die beim Terroranschlag in London Anfang Juni getötet wurden, befanden sich drei Franzosen; acht der 48 Verletzten waren ebenfalls französische Staatsbürger.

Zuvor war aus EU-Kreisen bekanntgeworden, dass die EU und Großbritannien bei ersten Vorgesprächen noch kein Datum für den Beginn der Verhandlungen festgelegt hatten.

Der 39-Jährige war der einzige Kandidat, den May während des französischen Wahlkampfs empfangen hatte, der sich bei der Gelegenheit speziell an die vielen in London lebenden Franzosen richtete. Er sagte: weiter: "Es steht mir nicht zu, zu wissen, ob man diese Entscheidung widerrufen sollte oder nicht".

Auch welche Form die künftige britische Regierung hat, steht noch nicht fest. Britische Medien berichteten über Geheimgespräche von Ministern ihrer konservativen Tory-Partei mit oppositionellen Labour-Politikern über einen "weichen" Brexit. Dort bezeichnete er den Brexit als "schweren Fehler" und als Entscheidung, bei der das Vereinigte Königreich mehr zu verlieren habe als die Europäische Union; das übersetze sich bereits durch eine "Unterwerfung" Großbritanniens unter die USA.

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