Wieder Terror in Grossbritannien: Sechs Tote bei Angriff in London

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Derzeit sollen mindestens sechs Menschen getötet und 48 verletzt worden sein. Die Tat findet mitten im Zentrum der Hauptstadt statt - am Pfingstsamstag, wenige Tage vor der Parlamentswahl. Zu den Schwerverletzten zählt ein Polizist, der als einer der ersten am Anschlagsort eintraf. Die Ermittler gingen zunächst von drei Tätern aus.

Am kommenden Donnerstag wird ein neues britisches Parlament gewählt. May kündigte an, am Termin festzuhalten. Angaben zu allfälligen Schweizer Opfern lägen bis zur Stunde keine vor, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Sonntagmorgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mit. "Etwas muss sich ändern", sagte May.

May will entschieden gegen den islamischen Extremismus vorgehen: "Wir müssen viel stärker daran arbeiten, ihn aus dem öffentlichen Dienst und der Gesellschaft auszurotten". Mit "Öffentlicher Dienst" meint May vermutlich etwa das Schulwesen.

Internet und Messengerdienste dürften Extremisten keinen Rückzugsort mehr bieten. Vielmehr müsste der virtuelle Raum besser überwacht und reguliert werden, um die Kommunikationswege von Terroristen zu stören. Dazu brauche es internationale Vereinbarungen, sagte die Regierungschefin.

Die Menschen sind fassungslos.

Die Welt trauert mit London, denn die britische Hauptstadt ist erneut Ziel von Terror-Angriffen geworden: Auf der London Bridge raste ein Lieferwagen in eine Menschenmenge, anschließend stachen Angreifer am nahe gelegenen Borough Market auf Passanten ein. Die Terroristen griffen ihre Opfer zuerst mit einem Kleintransporter und dann mit Messern an.

"Das war wie ein Amoklauf", zitierte der britische Nachrichtensender BBC in der Nacht zum Sonntag einen Zeugen. Anschliessend seien die Täter zu Bars und Restaurants in der Umgebung gelaufen und hätten gerufen: "Dies ist für Allah". Vom Notruf bis zur Erschießung der Angreifer vergingen acht Minuten.

Ein weiterer Vorfall in Vauxhall, den die Polizei zunächst gemeldet hatte, stand den Angaben zufolge nicht im Zusammenhang mit den Angriffen auf der Brücke und am Borough Market.

Am 22. Mai hatte sich der Selbstmordattentäter Salman Abedi am Ende eines Pop-Konzertes in Manchester im Norden Englands in die Luft gesprengt und 22 Menschen mit in den Tod gerissen.

Die Terrorattacke auf der London Bridge erinnert auch an den Angriff vom 22. März.

Während die jüngsten Anschläge nicht zusammenhingen, seien sie alle durch eine "böse Ideologie" verbunden, derzufolge westliche Werte mit dem Islam nicht in Einklang zu bringen seien, sagte May.

Uhr - Londons Bürgermeister Sadiq Khan lehnt eine Verschiebung der Unterhauswahl ab. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) reagierte bestürzt auf den Anschlag in London und sicherte Großbritannien Deutschlands Solidarität zu. Diese habe sich gegen Menschen gerichtet, die sich mit ihren Freunden und Familien amüsiert hätten. Man müsse aber noch weitere Ermittlungen durchführen, um dies mit hundertprozentiger Sicherheit sagen zu können, erklärte Großbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley. Sie würden auch "empfohlen", "von dieser Mörderbande, dem sogenannten Islamischen Staat".

US-Präsident Donald Trump erntete für eine Twitter-Nachricht zu London viel Kritik: Er war den Londoner Bürgermeister Khan angegangen und dessen Aussage verdreht, wie der Sender CNN hervorhob.

Während der Gedenkstunde ist auch eine Schweigeminute in Gedenken an die mindestens sieben Toten und Dutzenden Verletzten des Attentats vorgesehen. Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, sein Land stehe nach der "neuen Tragödie" an der Seite Großbritanniens. Sie bekundete den Opfern und ihren Angehörigen ihre Anteilnahme.

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