Zwölf Festnahmen und Durchsuchungen nach Terroranschlag

Einstellen Kommentar Drucken

Ein Terroranschlag im Herzen Londons hat wenige Tage vor der Parlamentswahl Großbritannien erneut erschüttert. Die Zugriffe seien im Osten der britischen Hauptstadt erfolgt, teilte die Polizei in London am Sonntag mit.

Die Polizei behandelt die Angriffe als "terroristische Vorfälle". Nur acht Minuten nach dem ersten Notruf hätten Polizisten die Männer gestellt und erschossen.

Die Ermittler gehen unterdessen davon aus, dass es nur drei Täter gegeben hat. Er wurde nahe am Tatort an der London Bridge durch Messerstiche schwer verletzt.

Menschen sprechen nach der Attacke an einer Absperrung mit einem Polizisten, um zu ihren Unterkünften zurückzufinden. Sieben Menschen wurden getötet, von den mehr als 50 Verletzten schweben der Londoner Gesundheitsbehörde zufolge noch 21 in Lebensgefahr. Außerdem wurden 116 Menschen zur Behandlung von Verletzungen in Krankenhäuser gebracht. Er soll auf der London Bridge mit einem Messer im Gesicht verletzt worden sein.

Die britische Premierministerin Theresa May hatte die Vorfälle zuvor als "potenziellen Terrorakt" eingestuft. "Wir können und wir dürfen nicht so tun, als ob alles einfach so weitergehen könnte. Etwas muss sich ändern", sagte May. May rief die Briten dazu auf, als Gesellschaft geschlossen dem Extremismus den Kampf anzusagen. Diese "Perversion des Islams und der Wahrheit" liege dem Terror zugrunde; sie müsse besiegt werden.

Die Polizei riegelte die London Bridge und den nahe gelegenen Borough Market ab. Die Terroristen griffen ihre Opfer zuerst mit einem Kleintransporter und dann mit Messern an. "Das war wie ein Amoklauf", zitierte die BBC einen Zeugen. Ein weiterer Augenzeuge sagte dem Sender BBC, der Lieferwagen sei im Zickzack-Kurs gefahren, "er hat versucht, so viele Menschen wie möglich zu erwischen".

Die britische Polizei gab an, dass sie es mit einem Zwischenfall auf der London-Bridge zu tun haben, nachdem Berichte von einem Van, der mehrere Personen überfahren haben soll, publik wurden. Auch die drei Angreifer sind tot. Der Gesundheitszustand des Beamten, über den zunächst keine weiteren Angaben vorlagen, sei inzwischen stabil.

Ende März war ein 52-jähriger Mann auf der Westminster-Brücke in London mit hohem Tempo in Fußgänger gefahren.

Die Polizei von Manchester erhöht nach dem Anschlag in London die Sicherheit am Benefizkonzert von Popsängerin Ariana Grande am Sonntagabend. Sechs Menschen kamen noch am Tatort ums Leben. Beide Attentäter werden von den Sicherheitskräften erschossen. Es gebe jetzt zwar eine Häufung in Großbritannien, aber Anschläge mit Autos und Lastwagen seien schon aus Nizza, Berlin und auch aus London bekannt. Das berichtete die auf die Auswertung dschihadistischer Propaganda spezialisierte Site Intelligence Group.

Die Konservativen und die oppositionelle Labour-Partei unterbrachen ihren Wahlkampf. Einen Tag später veröffentlichte das IS-Sprachrohr Amak im Internet ein Video des Attentäters.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einer "gezielten und feigen Attacke" auf unschuldige Londoner und Besucher. Die Polizei sperrte große Areale in der Stadt ab. "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntag. Premierministerin Theresa May besuchte einige der verletzten Anschlagsopfer im King's College Hospital, während verschiedene Staaten mitteilten, dass Bürger ihres Landes unter den Toten und Verletzten seien.

Uhr - US-Präsident Donald Trump erklärt auf Twitter, die Amerikaner müssten wachsam und stark sein. Die Polizei geht momentan davon aus, dass es über die drei erschossenen Verdächtigen hinaus keine weiteren Täter gibt.

Auch Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel reagiert auf die Anschläge in London: "Meine Gedanken sind bei den Familien der Opfer".

Comments