US-Außenminister relativiert Trumps Klima-Ausstieg

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Donald Trumps Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen hat weltweit Entsetzen ausgelöst.

Trump und das Klima: "Wo zum Teufel ist die Erderwärmung?" Jedes Land kann seine Ziele selbst festlegen und China, das noch vor den USA mit Abstand am meisten CO2 in die Umwelt bläst, muss seinen Ausstoß erst ab 2030 senken. Allerdings glaubt Burke, werde man den US-Vertretern nicht allzu viel Beachtung schenken: "Niemand wird das Bedürfnis verspüren, den USA entgegenzukommen". Diese neu entfachte Dynamik hat die US-Regierung unter Donald Trump jetzt gebremst.

In Washington nannte er den Schritt eine "politische Entscheidung".

Trump hofft darauf, dass sich seine Einflüsterer nicht täuschen. Auf der anderen Seite sind die einzelnen Bundesstaaten sehr mächtig gegenüber der Regierung in Washington.

Klimaschutz gelte "heute vielerorts als Chance, nicht mehr als Einschränkung", fährt Medick fort. So ist beispielsweise der Elektroautobauer Tesla trotz Miniabsatzzahlen an der Börse mehr wert als die Auto-Riesen GM und Ford. Musk dagegen betonte wiederholt, er sei unter anderem deswegen in den Beraterstäben, um Trump den Wandel hin zu erneuerbaren Energien näherzubringen. "Das Pariser Abkommen ist auf höchster Ebene ungerecht für die USA", sagte er.

Brown und Bloomberg werden damit zu Gesichtern einer Spaltung der US-Klimapolitik. Die parteinahe Zeitung "Global Times" sieht die USA nunmehr in einer Reihe mit der "fragwürdigen Minderheit" von Ländern wie Nicaragua und Syrien, die das Abkommen nicht mittrügen. Die Frage ist aber, ob die US-Entscheidung eher Nachahmer findet oder eher eine Trotzreaktion auslöst. Indien - nach China und den USA der drittgrößte Emittent von Treibhausgasen - versicherte, es werde trotz des Ausstiegs der USA an dem Abkommen festhalten. Jedoch reichte schon das bisher Vorgelegte nicht: Die Summe aller freiwilligen Sparziele ergab eine Temperaturerhöhung zwischen 2,7 und 3,2 Grad Celsius. So könnte Trumps angekündigter Ausstieg aus dem Klimaabkommen den Föderalismus in den USA stärken, ebenso wie die Industrie.

Tatsächlich fällt China hier die Schlüsselrolle zu. Firmen wie Apple, Google, Facebook oder Disney kritisieren Trumps Entscheidung heftig und wollen für sich selbst weiter auf saubere Energie setzen. Allerdings wachsen dort die Umweltschutzbemühungen angesichts drastischer Luftverschmutzung und Naturzerstörung. Sollte Trump rückblickend einmal als "vorübergehende Krankheit" erscheinen, blieben die Folgen für die Erdatmosphäre also überschaubar.

Schwarzeneggers Appell: "Umweltschutz wird unsere Wirtschaft nicht zerstören - er wird sie weiter ankurbeln!" Die Industrieländer helfen ärmeren Ländern auch finanziell.

Eine Milliarde US-Dollar haben die USA bereits eingezahlt. Damit würde das von den Unterzeichner-Staaten festgesetzte Ziel verfehlt werden, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf zwei Grad zu begrenzen. Es trat am 4. November 2016 in Kraft. Trump hat Nachverhandlungen für andere internationale Verträge angekündigt und Deutschland und anderen Staaten indirekt gedroht.

Die Kuppel des Kapitols in Washington ist hinter den Abgasen des Kapitol-Kohlekraftwerks zu sehen. Umweltschützer fürchten auch für die Nordseeküste dramatische Folgen: Wattflächen, Salzwiesen und Inseln könnten dauerhaft überschwemmt werden.

Der globale Klimawandel hat immense Auswirkungen. Wir zeigen das in einigen Beispielen. Feuchte Regionen werden noch feuchter, in trockenen drohen Dürreperioden. Milde Winter erhöhen die Überlebensrate von Krankheitsüberträgern wie Mücken, Zecken oder Wanzen. Steigt der Meeresspiegel weiter an, könnten die Malediven in rund 100 Jahren überflutet sein. Die Eisdecken an den Polen waren im März so klein wie noch nie in einem solchen Monat.

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