Rund 1400 Verletzte bei Public Viewing in Turin

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Bei einer Massenpanik in Turin beim Public Viewing während des Champions-League-Finals zwischen Juventus Turin und Real Madrid sind etwa 1500 Menschen verletzt worden. (Bild: Alessandro Di Marco / EPA) Acht Menschen sollen schwer verletzt worden sein, ein siebenjähriger Junge und eine Frau lebensgefährlich. Mittlerweile ist die Zahl der Verletzten auf 1000 gestiegen. Auslöser war vermutlich ein Knall oder eine umgefallene Absperrung. "Es war eine Nacht des Chaos und der Verletzten", hieß es bei Ansa. Bürgermeister Renato Saccone sagte Sonntag früh, dass Menschen immer noch nach Verwandten oder Bekannten suchten. Madrid gewann am Ende mit 4 zu 1 und schrieb Fußballgeschichte: noch nie konnte ein Club den Titel in der Champions League verteidigen.

Fans auf dem Platz San Carlo in Turin. Auch ein Kind erlitt offenbar schwere Verletzungen. Es gebe keine Anhaltspunkte, dass man von etwas anderem als Panik als Grund für das Unglück ausgehen könne. "Sie schrien und drängelten, es begann eine allgemeine wilde Flucht", beschrieben Augenzeugen die Szenen auf der Piazza.

Die meisten seien laut Berichten leicht verletzt, vor allem mit Schnittwunden.

Viele Menschen verloren ihre Schuhe uns Taschen, ließen sie in Panik zurück. Auf Fotos sah man Menschen, die auf ein Kioskdach geflüchtet waren.

Die Turiner Bürgermeisterin Chiara Appendino und Juves Präsident Andrea Agnelli, die in Cardiff dem Finale der Königsklasse beigewohnt hatten, zeigten sich erschüttert. Rund 30.000 Menschen sollen auf dem Platz San Carlo gewesen sein. Bei einigen Zuschauern löste der Vorfall Erinnerungen an eine vergangene Katastrophe aus: "Es erinnerte an die Katastrophe von Heysel". Bei Final des Meistercups am 29. Mai 1985 zwischen dem FC Liverpool und Juventus Turin im Heysel-Stadion waren in Brüssel 39 Menschen gestorben.

Vonseiten der Besucher wurden Vorwürfe gegen die Organisatoren der Veranstaltung laut - zum Beispiel, dass Knallkörper und Glasflaschen auf dem Platz zugelassen waren und dass es keine besseren Kontrollen gab.

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