Merkel: Ausstieg der USA aus Pariser Abkommen ''sehr bedauerlich''

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Dank Leuten wie Bannon schreckt Trump nicht davor zurück, eine der wichtigsten internationalen Vereinbarungen des 21. Jahrhunderts aufzukündigen, um seiner Wählerschaft zu gefallen.

Die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Italiens erteilten Trumps Forderung nach Verhandlungen über ein neues Klimaabkommen in einer gemeinsamen Erklärung eine Absage.

Es könnte also sein, dass der Ausstieg der USA aus dem Klima-Pakt die Anstrengungen im Rest der Welt noch verstärkt und damit die negativen Folgen für das Klima überschaubar bleiben.

Forscher befürchten, dass der Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen zu einer Temperaturerhöhung von bis 0,3 Grad führen könnte. Sie zeigte sich kämpferisch: "Allen, denen die Zukunft unseres Planeten wichtig ist, sage ich: Lassen Sie uns gemeinsam den Weg weitergehen, damit wir erfolgreich sind für unsere Mutter Erde", erklärte sie am Freitag.

Der ehemalige Top-Manager des Ölkonzerns ExxonMobil verwies darauf, dass diese Kürzungen erfolgt seien, noch bevor das Abkommen von Paris in Kraft trat. "Nichts wird uns dabei aufhalten".

Der Klimapakt von Paris sieht vor, die gefährliche Erderwärmung in einem weltweiten Kraftakt in den nächsten Jahrzehnten zu bremsen und so dramatische Folgen wie Dürren und einen Anstieg der Weltmeere zu mildern. Sie bezeichnete das Pariser Abkommen als "historischen Quantensprung". Doch der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen auf der Welt kann erst in gut dreieinhalb Jahren formal aus dem Abkommen ausscheiden. Deshalb ist es schlicht verantwortungslos und zynisch, wenn Trump begründet, "dass das Abkommen von Paris sehr unfair ist, in höchstem Maße gegenüber den USA".

Die Aufkündigung des Pariser Klimaabkommens aber ist die bisher schlimmste Entscheidung seit seiner Amtsübernahme.

Ähnlich deutlich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der Donald Trump beschied, einen "Fehler für die Zukunft unseres Planeten" begangen zu haben: "Wir werden keinen weniger ehrgeizigen Vertrag neu verhandeln". In einer Rede, die er zum Teil auf Englisch hielt, griff er den Wahlslogan von Trump auf und sagte: "Make the Planet Great Again!" "Es wird nicht der Rückwärtsgang bei der Energiewende eingelegt".

Befürworter des Pariser Abkommens argumentieren, die Ausrichtung der weltweiten Energieversorgung auf saubere Quellen sei unausweichlich. Die Welt lache darüber, dass die Amerikaner eine Vereinbarung mittrügen, mit der sie sich selbst schadeten. Etwa durch einen beschleunigten Ausstieg aus der Kohleverstromung.

Tesla-Chef Elon Musk und Disney-Chef Robert Iger haben aus Protest über den Austritt der USA aus dem Weltklimavertrag ihre Beraterfunktionen bei US-Präsident Donald Trump gekündigt. Auch in den USA kritisieren viele die Entscheidung. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) meinte in St. Wenn die USA diese Irrläuferpolitik fortsetzen, werden sie sich umorientieren müssen.

Auch sein Kabinettskollege und Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) übte heftige Kritik.

Trotz des Ausstiegs aus dem Abkommen wird der Verbrauch von Kohle in den USA sinken.

Geben die USA den Klimaschutz damit komplett auf?

Der Republikaner verband den Rückzug mit scharfen Attacken auf andere Staaten. "Der Rückzug liegt im ökonomischen Interesse und wird für das Klima keine Rolle spielen".

Die Stimmung rund um US-Präsident Donald Trump und das Weiße Haus ist angespannt.

"Wir müssen jetzt den Blick nach vorne richten", sagte Merkel weiter.

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