"Historischer Fehler" - Die Welt reagiert auf Trumps Klima-Rückzug

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Ein klimafreundlicher Nachfolger Trumps könnte dann den Ausstieg vom Ausstieg anordnen. Selbst China, hinter den USA der weltweit zweitgrößte Produzent von Treibhausgasen, verurteilte den drastischen Schritt des Republikaners als "globalen Rückschlag".

"Dass sich die USA vom Paris-Abkommen verabschieden, ist nicht so dramatisch, wie viele glauben, weil China, Indien, Europa, die Afrikanische Union, Japan, Kanada - ja, man kann fast sagen, welches Land auch immer - alle werden ihre Klimaarbeit fortsetzen, und alle werden sich an das Paris-Abkommen halten". Die Entscheidung wird weitereichende Folgen haben, nicht nur für die internationale Zusammenarbeit, sondern auch für den Handel. "Nach dem Pariser Abkommen können sie das, wir aber nicht".

Warum hat Trump sich für den Ausstieg aus dem Klima-Abkommen entschieden?

Allem Anschein nach hat Trump die USA mit dem angekündigten Ausstieg aus dem Klimaabkommen ins internationale Abseits getrieben.

In den USA bekam Trump von republikanischen Gefolgsleuten Rückendeckung für seinen Schritt.

Viele Experten können der Entscheidung jedoch auch etwas Positives abgewinnen: "Ein Schurkenstaat USA kann innerhalb des Abkommens mehr Schaden anrichten als außerhalb", argumentiert etwa Luke Kemp von der Australian National University. Frank Bainimarama, der Vorsitzende des diesjährigen Weltklima-Gipfels und Ministerpräsident des Pazifik-Staates Fidschi, erklärte: "Das ist eine große Enttäuschung, vor allem für die Bürger von gefährdeten Nationen rund um die Welt".

"Die Ankündigung der US-Regierung, sich von dem Abkommen zurückzuziehen, ist bedauerlich".

"Es war eine politische Entscheidung und es ist wichtig, dass alle anerkennen, dass die Vereinigten Staaten eine großartige Bilanz bei der Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen vorweisen", sagte er.

Deutliche Worte fand auch der ehemalige US-Präsident Barack Obama: "Diese Regierung schließt sich einer kleinen Handvoll Nationen an, die die Zukunft verleugnen". Die Trump letztlich unterlegene Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton sprach von einem "historischen Fehler" ihres Rivalen. Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) meinte in St. Die Wirtschaft müsse nun die Führung im Kampf gegen die Erderwärmung übernehmen. Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) zeigte sich empört: "Mich als Vater macht das sehr wütend und zornig".

Mit scharfer Kritik reagierten auch Umwelt- und Entwicklungsorganisationen. Die demokratischen Gouverneure von Kalifornien, New York und Washington schlossen sich rasch zu einem Bündnis zusammen und versprachen, die Richtlinien des Pariser Abkommens zu respektieren. NEOS-Umweltsprecher Michael Bernhard forderte Minister Rupprechter auf, "endlich" einen Klimaaktionsplan für Österreich vorzulegen.

Fakt ist, dass das Pariser Abkommen aus dem Jahr 2015 im Vergleich zum Vertrag von Kopenhagen von 2009 den Temperaturanstieg um weitere 0,2 Grad Celsius senken will.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, mit Trumps Entscheidung hätten "die Vereinigten Staaten der Welt den Rücken zugekehrt".

Tatsächlich bahnen sich nach dem Austritt der USA aus dem Pariser Abkommen neue Bündnisse in der Klimapolitik an. "Es hat uns einen wirtschaftlichen Nachteil gebracht", erklärte er. Trump hat klar gemacht, was sein "America first" bedeutet.

Bill Peduto, Bürgermeister von Pittsburgh, will sich und seine Stadt nicht von Trump vereinnahmen lassen.

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