Audi-Chef spricht sich mit Dobrindt aus

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Nach Darstellung der Ingolstädter VW-Tochter handelt es sich aber um einen technischen Fehler, nicht um eine absichtliche Manipulation der Abgaswerte.

Bei diesen 24000 Fahrzeugen ist der Ausstoß an gesundheitsschädlichen Stick-stoffoxiden (NoX) höher als nach der Euro- 5-Norm erlaubt. Laut Audi ist dafür die Getriebesoftware verantwortlich, die bei Automatikgetrieben die Schaltvorgänge regelt.

Audi-Chef Rupert Stadler hat sich nach seinem Ärger über die Bekanntgabe neuer Erkenntnisse zu Abgasmanipulationen mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ausgesprochen.

"Dass Herr Stadler etwas übers Ziel hinausgeschossen ist, ist für uns Historie", sagte der Sprecher mit Blick auf ein Interview, das der Audi-Chef der "Automobilwoche" gegeben hatte. "Dass Herr Dobrindt allein vorprescht, hat mich persönlich sehr enttäuscht", sagte Stadler.

Ingolstadt. Der Autobauer Audi setzt sich gegen die neuen Vorwürfe in der Diesel-Affäre zur Wehr. Dass die Behörden illegale Software "entdeckt" hätten, sei deshalb das falsche Wort. Dobrindts Äußerungen hatten unter anderem zur Folge, dass die Staatsanwaltschaft München II ihre Betrugsermittlungen gegen unbekannt bei Audi ausgeweitet hat.

Der Rückruf der betroffenen rund 24000 Audi-Fahrzeuge soll im Juli beginnen. Der Sprecher des Unternehmens sprach von einem ehrgeizigen Zeitplan.

Das Bundesverkehrsministerium sei Hüter des Verfahrens und der VW-Konzern habe dem Ministerium nichts vorzuwerfen, sagte der VW-Sprecher. Stadler müsse im Aufsichtsrat Stellung nehmen. Der Konzern und das Bundesverkehrsministerium bestätigten, dass Dobrindt sein Vorgehen zuvor mit VW-Chef Müller abgestimmt hatte. Darüber hatte zuvor auch die "Bild am Sonntag" berichtet. Dennoch war sein Vertrag vor kurzem erst um weitere fünf Jahre verlängert worden.

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