Donald Trumps Grundsatzrede zum Islam: "Kampf zwischen Gut und Böse"

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Er bringe eine Botschaft "der Freundschaft, der Hoffnung und der Liebe", sagte Trump, der für seinen Einreisebann gegen Bewohner von muslimischen Staaten massiv kritisiert worden war. "Vertreibt sie!", rief Trump vor den Vertretern von über 50 islamischen Staaten aus.

"Das bedeutet, sich ehrlich der Krise durch den islamischen Extremismus zu stellen und den islamischen Terrorgruppen, die davon inspiriert werden", erklärt Trump den Auszügen zufolge weiter. Nach Angaben des saudischen Außenministeriums unterzeichneten Vertreter der USA und der Golfstaaten ein Abkommen über die Überwachung der Finanzströme von Terroristen.

Soll heißen: Die USA fordern von den arabischen Staaten, von der islamischen Welt, selbst bei sich aufzuräumen in Sachen Terroristen.

Dem Iran gab Trump die Schuld an "so viel Instabilität in dieser Region". US-Medienberichten zufolge will der Präsident die Führer der arabischen Staaten aufrufen, sich dem Kampf gegen den Terrorismus anzuschließen. Dies gelte vom Libanon über den Irak bis hin zum Jemen. Der hatte den Iran als "Speerspitze" des Terrorismus bezeichnet. Trotz der strengen islamischen Sitten in Saudi-Arabien verzichteten Melania und Ivanka Trump beide auf ein Kopftuch. Vom Iran unterstützt begehe Syriens Präsident Baschar al-Assad "unaussprechliche Verbrechen". Im Gespräch während einer Kaffee-Zeremonie mit König Salman ging es, wie auf Videoaufnahmen zu hören war, um Öl, Waffen und die Gefahr durch den internationalen Terror. Die Golfstaaten werfen dem Iran vor, er versuche die Schiiten in den arabischen Ländern zu missbrauchen, um diese Staaten zu destabilisieren. Zugleich unterstrich der König, sein Land sei entschlossen, den IS "auszulöschen".

Zum Auftakt seines Besuchs hatte Trump mit Saudi-Arabien mehrere Wirtschaftsverträge im Gesamtwert von etwa 350 Milliarden Euro abgeschlossen, darunter ein großes Rüstungsabkommen - der größte einzelne Rüstungsdeal in der US-Geschichte, wie Regierungssprecher Spicer twitterte.

Die israelische Zeitung "Jediot Achronot" schrieb, dass Saudi-Arabien unter anderem größere Kriegsschiffe als die Israelis erhalten solle. Das erzkonservative saudiarabischen Königshaus ist eng mit den USA verbündet und wird von diesen traditionell mit Militärgütern beliefert. Auch aus Deutschland kam Kritik. Im gesamten Mittleren Osten fänden sich die Zeichen einer iranischen Unterstützung des Terrorismus, sagte Trump am Montagabend vor einer Unterredung mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Die Unterscheidung zwischen Gut und Böse sei "keine politische Kategorie". Irans Führung spreche offen von Massenmord, Israels Vernichtung und Tod für Amerika.

Der US-Präsident nutzte seine Rede in Riad, um die ersten Monate seiner Amtszeit als Erfolgsgeschichte darzustellen. Am Dienstag wird Trump in Israel erwartet, im Anschluss reist er in die Palästinensergebiete. Weitere Stationen der insgesamt neuntägigen Reise sind der Vatikan, wo er von Papst Franziskus empfangen wird, der Nato-Gipfel in Brüssel sowie der Gipfel der sieben führenden Industriestaaten (G7) auf Sizilien.

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