Trump verspricht Kritikern: USA werden oberster Umweltschützer

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Erst im Folgejahr würde die Entscheidung schlagend werden.

Washington - Die USA werden sich nach den Worten ihres Präsidenten Donald Trump aus dem Pariser Klimaabkommen zurückziehen.

Mit seiner Entscheidung setzte sich Trump auch über die Appelle eines Großteils der US-Wirtschaft hinweg. Aber die Vereinigten Staaten müssen dafür einen Preis zahlen, und der heißt Isolationismus. Der Klimawandel ist real. Zugleich wolle er damit beginnen, entweder das Pariser Dokument neu zu verhandeln oder eine völlig neue Vereinbarung zu schließen. Mit dieser Entscheidung stellt sich Trump gegen den Rat aus Wirtschaft und Wissenschaft - und gegen den Rest der Welt. Die USA würden das "sauberste und umweltfreundlichste Land der Erde" werden, sagte Trump am Donnerstag.

Dann forderte er ein neues Abkommen, das Amerika schütze und nicht ausnütze.

Die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs und Italiens kritisierten die Abkehr der USA vom Klimaschutz in einer gemeinsamen Erklärung. Die USA wären damit das einzige Land neben Syrien und Nicaragua, das nicht mehr Teil des UN-Weltklimavertrags ist. "Ich bin gewählt worden, um die Interessen der Menschen in Pittsburgh zu vertreten, nicht die jener in Paris".

"Die Premierministerin hat ihre Enttäuschung mit der amerikanischen Entscheidung ausgedrückt und betont, dass das Vereinigte Königreich weiterhin zu dem Pariser Abkommen stehen wird", hieß es in einer Pressemitteilung des Büros der britischen Premierministerin Theresa May, nachdem May mit Trump telefoniert hatte.

Die Kanzlerin habe den US-Präsidenten direkt nach seiner Ankündigung zum Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen angerufen und ihr Bedauern über dessen Entscheidung zum Ausdruck gebracht, teilte Seibert mit.

Das Abkommen sei eine massive Umverteilung des Wohlstands der USA in andere Länder.

Der Rückzug aus dem Abkommen soll am 4. November 2020 wirksam werden - das ist einen Tag nach der nächsten Präsidentenwahl in den USA.

"Der Rückzug auf die Kohle wird sich für die USA am Ende nicht rechnen", ist Experte von Storch überzeugt. Letzteres wäre ein noch radikalerer Schritt. Ob die US-Emissionen nach dem Ausstieg stiegen, sei gar nicht gesagt.

Auf den Rückzug von Tesla-Chef Musk angesprochen, sagte Handelsminister Wilbur Ross bei "Fox News", es gehe weniger um Klima als um US-Gelder, die an andere Länder fließen und das Klimaproblem nicht lösten. "Als jemand, dem die Umwelt sehr am Herzen liegt, kann ich nicht guten Gewissens einen Deal unterstützen, der die USA abstraft".

Russlands Präsident Wladimir Putin ließ über seinen Sprecher Dmitri Peskow erklären, Russland wolle auch im Falle eines US-Ausstiegs Teil des Abkommens bleiben. Der Pakt sieht klare Ziele für die Begrenzung der gefährlichen Erderwärmung vor.

Ex-Präsident Barack Obama, der das Abkommen mit ausgehandelt hatte, warf Trump vor, sich der Zukunft zu verweigern.

Auf die Pläne Trumps gingen weder Merkel noch der chinesische Premier direkt ein. Es war der erste solche Vertrag, da sich nicht nur Industrie-, sondern auch Schwellen- und Entwicklungsländer beteiligten.

Prima Klima: Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (r.) und der Präsident des Europäischen Rates Donald Tusk (l) begrüßen den chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang. Die Umsetzung des Vertrags solle ab sofort ausgesetzt werden, erklärte Trump am Donnerstag in Washington.

Mit den USA außerhalb des Pariser Klimavertrages dürfte eine Abschlusserklärung noch schwerer werden.

In einer Fernsehansprache lud Frankreichs Präsident Emmanuel Macron frustrierte Klimawissenschaftler und Unternehmer aus den USA ein, nach Frankreich zu kommen, dort zu arbeiten und "unseren Planeten wieder groß zu machen". Denn das Abkommen sei unfair gegenüber der USA, und die Vereinigten Staaten werden deshalb damit aufhören, die Bedingungen des Abkommens zu verfolgen. Sie halten einen Ausstieg für nicht zukunftsweisend und langfristig wirtschaftsschädlich. Den USA entstünden durch einen Ausstieg nur Nachteile.

Wenn nun ein Land, auch wenn es das Land mit dem zweitgrössten Treibhausgasausstoss sei, für einige Jahre fehle, sollte dies nicht das Zwei-Grad-Ziel des Abkommens in Frage stellen.

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