Tesla-Chef will Trump bei Ausstieg aus Klimapakt nicht länger beraten

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Washington - In den USA haben sich Anzeichen verdichtet, dass US-Präsident Donald Trump das Pariser Klimaschutzabkommen aufkündigen will. Trump hatte sich eine illustre Schar von Leugnern des menschgemachten Klimawandels eingeladen, als er seine Entscheidung bekanntgab.

Eine Koalition aus Inselstaaten und niedrig über dem Meeresspiegel gelegenen Ländern appellierte an die USA, am Klimaabkommen festzuhalten. Dieser Prozess würde ein Jahr dauern. Trumps anachronistisches Verständnis modernen Wirtschaftens setzt auf Fossilbrennstoffe, obwohl die amerikanische Wirtschaft zusehends auf alternative Energien umsteigt.

Der Klimawandel hat die USA längst erfasst. Auf der anderen Seite will er aber auch: "Jobs, Jobs Jobs!"

Die deutlichsten Worte fand aber wohl EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: "Die Amerikaner können nicht einfach aussteigen", sagte Juncker in Berlin.

Trump hatte den Klimawandel im Wahlkampf als Erfindung der Chinesen bezeichnet, die nur der US-Wirtschaft schaden wollten. Sogar einige seiner Kabinettsmitglieder legten sich für das Klimaabkommen von Paris ins Zeug. Sie stellen einen Pfeiler des Vermächtnisses von Barack Obama dar. Trump könne die Zeit jedoch nicht zurückdrehen.

Welche Folgen wird der Austritt haben?

Ob die USA, das wäre die erste Variante, nur den Pariser Kontrakt kündigen oder gleich die Mitgliedschaft in der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, die ihm zugrunde liegt. Der Austritt des zweitgrößten CO2-Produzenten wird eine gewaltige Signalwirkung haben, deren Auswirkungen im Detail aber nicht sicher sind.

Möglicher Domino-Effekt: Das Wegtreten der USA würde vor allem Zweifel in jenen Staaten wecken, die eben gerade in den Klimaschutz einsteigen. Die Entscheidung sei allerdings noch nicht final gefallen, warnte die New York Times laut "Süddeutscher Zeitung" (SZ). "Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass wir die gefährliche Grenze von 2,2 Grad Celsius bei der Erderwärmung überschreiten". Sollte Trump einen Austritt wollen, würde sich die Allianz lautstark gegen steigende Meeresspiegel einsetzen, erklärte der Vorsitzende der Koalition und UN-Botschafter der Malediven, Ahmed Sareer.

Wie kam die Entscheidung zustande?

Medienberichten zufolge hat sich Trump für einen Rückzug aus dem Abkommen vom Dezember 2015 entschieden, das als Meilenstein im Kampf gegen die Klima-Erwärmung gilt.

Anhänger des Übereinkommens: Für einen international vereinbarten Klimaschutz sprachen sich Trumps Tochter Ivanka und ihr Ehemann aus. Eine offizielle Stellungnahme aus dem Weiße Haus blieb bisher aus. Am Mittwoch, als erste Nachrichtenportale schon Vollzug meldeten, diskutierte der Präsident noch mit Außenminister Rex Tillerson zum Thema. Beim G7-Gipfel am Wochenende in Taormina kündigte er einen Beschluss für die laufende Woche an. Der Tesla-Gründer erklärte auf Twitter, er habe alles in seiner Macht Stehende getan, um Trump vom Verbleib im Klimaabkommen zu überzeugen. Die gleiche Haltung vertraten 22 republikanische Senatoren in einem Brief von vergangener Woche an Trump.

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