Freispruch im Prozess gegen früheren Satanisten von Witten

Einstellen Kommentar Drucken

"Das ist Unsinn", sagte er zu Prozessbeginn vor dem Schwurgericht in Bochum am Montag.

Im Prozess um ein mutmaßliches Mordkomplott hat das Landgericht Bochum einen Mann freigesprochen, der als Satanist von Witten bekanntgeworden war. Der 41-Jährige soll eine Brieffreundin beauftragt haben, seine Ex-Frau bei einem Ausgang aus der Psychiatrie zu erschlagen.

Der Angeklagte hatte 2001 mit seiner später ebenfalls verurteilten Ehefrau einen Arbeitskollegen in eine Wittener Wohnung eingeladen. Im Prozess war er von seiner damaligen Frau belastet worden.

Der Angeklagte war im Januar 2002 nach der Ermordung eines Kollegen mit 66 Hammerschlägen und Messerstichen zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Während er selbst noch immer in Haft ist, wurde seine Ex-Frau bereits entlassen. Zwischenzeitlich saß er zwei Mal im Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter.

Ursprünglich war die Staatsanwaltschaft davon ausgegangen, dass der Mann aus dem Gefängnis eine Brieffreundin zum Mord an seiner Ex-Frau angestiftet habe. Die 34-Jährige wurde vom Gericht mehrfach auf Widersprüche hingewiesen und zur Wahrheit ermahnt. Der Mann befindet sich deshalb noch in einer Justizvollzugsanstalt.

Er sitzt für einen brutalen Ritualmord im Gefängnis - und sollte laut Anklage dort schon den nächsten Mord geplant haben.

Der beim Ritualmord 25-Jährige hatte drei Jahre nach der Verurteilung ein Buch geschrieben, in dem er die Verantwortung seiner Frau zuschob. "Es gab keinen Mordauftrag", sagte er den Richtern. In dem neuen Prozess gab der inzwischen 41-Jährige dann auch zu, zurecht wegen Mordes verurteilt worden zu sein. "Der Staatsanwalt hat in blindem Eifer eine völlig willkürliche Anklageschrift verfasst". Auch die Staatsanwältin hatte auf Freispruch plädiert, weil sich der Vorwurf nicht untermauern ließ. "Und dass ich mir um Geld keine Sorgen machen brauche". Übermorgen soll das Urteil fallen.

Comments