Forscher beobachten zwei verschmelzende Schwarze Löcher

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Das Erzittern der Raumzeit wurde zuerst in Hannover entdeckt.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der LIGO-Virgo-Collaboration (LVC) haben ein weiteres Mal Gravitationswellen nachgewiesen und damit diesen neuen Bereich der Astronomie nachhaltig gefestigt.

Schon am 26. Dezember 2015 schlug das Observatorium erneut an: Zwei Schwarze Löcher mit 14- bzw. achtmal so viel Masse wie unsere Sonne kreiselten immer enger umeinander und verschmolzen schließlich zu einem einzigen Schwarzen Loch mit rund 21 Sonnenmassen.

Die Ligo-Beobachtungen zeigen nach Angaben der Forscher, dass Paare massereicher Schwarzer Löcher häufiger sind als erwartet.

Bei der Suche nach Einsteins Gravitationswellen kann die Ligo-Forschergruppe einen weiteren Erfolg verbuchen. September 2015 der weltweit erste Nachweis von Gravitationswellen gelungen, der im Februar 2016 als wissenschaftlicher Durchbruch gefeiert wurde. In der neuen Ausgabe des Fachjournals "Physical Review Letters" wird zudem dargestellt, dass erstmals Hinweise darauf entdeckt wurden, auf welche Weise sich die an der Entstehung der Wellen beteiligten Schwarzen Löcher drehen. Der Gravitationswellendetektor Ligo in den USA hat die Signale bereits am 4. Januar 2017 aufgezeichnet. Mit dem dritten derartigen Ereignis bestätige Ligo die Existenz einer neuen Klasse von Schwarzen Löchern mit mehr als 20 Sonnenmassen, erläuterten die Wissenschaftler.

"Das sind Objekte, von denen wir vorher gar nicht wussten, dass sie existieren", so Ligo-Sprecher David Shoemaker vom Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Gravitiationswellen strecken und stauchen die Raumzeit - ähnlich wie ein ins Wasser geworfener Stein die Wasseroberfläche bewegt. Je größer die Masse und je schneller die Bewegung, desto stärker fällt die Welle aus. Die Schwingungen werden nachgewiesen, indem per Laser zwei L-förmig ausgerichtete kilometerlange Tunnel überwacht werden. Möglich ist aber auch, dass die Schwarzen Löcher an verschiedenen Orten entstanden sind und erst später zueinander gefunden haben. Die dadurch entstandene Gravitationswelle mit der Bezeichnung GW170104 erreichte den in den USA befindlichen Hanford-Detektor drei Millisekunden früher als den 3000 Kilometer entfernten in Livingston - ein durch die Himmelsposition der Quelle bedingter Effekt. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. So hatte das am 16. September 2015 beobachtete Ereignis (GW 150914) zu einem Loch mit der Masse von 62 Sonnen geführt. "Wir werden noch viel Neues erfahren - dies ist eine aufregende Zeit für das Zeitalter der Gravitationswellen-Astrophysik", betont Danzmann. Ihm war am Mittwoch für die Entwicklung von Schlüsseltechnologien für Gravitationswellendetektoren der mit 750 000 Euro dotierte Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft zuerkannt worden.

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