Boll und Ovtcharov gewinnen in Düsseldorf erste Einzel

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Der Traum vom WM-Gold im Doppel platzte für Boll zum wiederholten Mal. Ebenfalls die zweite Runde erreicht haben Chantal Mantz und Yuan Wan nach ihrem 4:3-Sieg gegen die Spanierinnen Sara Ramirez/Zhang Xuan (11:7, 9:11, 11:9, 11:9, 3:11, 8:11, 11:8).

Auf den Weltranglistenfünften Dimitrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg) würde nach einem Erfolg gegen den japanischen Weltranglistenelften Koki Niwa in der Runde der besten Acht voraussichtlich ein Spiel gegen den WM-Dritten und Weltranglistenzweiten Fan Zhendong warten.

Tischtennis-Topstar Timo Boll hat bei den Weltmeisterschaften in Düsseldorf den Einzug in die Runde der besten 32 geschafft.

Für Boll wird es bereits an diesem Donnerstag ernst. Zusammen mit seinem chinesischen Partner Ma Long zog der 36-Jährige in Düsseldorf in die zweite Runde des Doppel-Wettbewerbs ein. "Aber man wächst an seinen Gegnern".

Boll und der Einzel-Olympiasieger bezwangen die Inder Kamal Achanta/Sathiyan Gnanasekaran 11:8, 7:11, 11:5, 11:4, 11:8. "Mit einem halben Bein schon ausgeschieden zu sein und das überstanden zu haben, gibt Auftrieb für die kommenden Runden". "Ma Long hat hinterher sogar gesagt, dass er überrascht war, wie stark die beiden gewesen sind", ergänzte Bundestrainer Jörg Roßkopf. "Da ist man gleich von Anfang an gefordert". Vor allem Ovtcharovs Gegner ist ein guter Bekannter: Der Engländer Paul Drinkhall spielte in der Bundesliga unter anderem für Werder Bremen und den früheren Boll-Club TTV Gönnern.

Über 5000 Zuschauer feuerten Boll und den chinesischen Olympiasieger immer wieder lautstark an, doch nach der 1:0-Satzführung für die Publikumslieblinge setzte sich die Klasse der Champions aus dem Reich der Mitte immer klarer durch. Der hatte in der zweiten Runde den deutschen Nationalspieler Patrick Franziska mit 4:0 aus dem Turnier geworfen. Die Doppel-Europameisterinnen Sabine Winter und Kristin Silbereisen sowie die deutsche Nummer eins Petrissa Solja gewannen ihre Auftaktspiele zwar souverän. "Die trägt mich jetzt auch durch die Spiele", sagte die 23-Jährige. Sie schlug Yu Mengyu aus Singapur mit 4:2. "Sie hat super gespielt", lobte die Bundestrainerin Jie Schöpp.

Um das zu verstehen, muss man wissen, welchen Stellenwert Timo Boll im Land der Tischtennis-Weltmacht China besitzt.

Solja, Silbereisen und Winter sind aber mittlerweile wieder so fit, dass sie bei dieser WM ein Mammut-Programm im Einzel, Doppel und Mixed absolvieren.

Für Bundestrainerin Schöpp kommt dieses durchwachsene Abschneiden nicht überraschend: Die deutschen Frauen hatten schon während der WM-Vorbereitung große Probleme mit Verletzungen und Krankheiten. Keine einzige Spielerin konnte über einen längeren Zeitraum hinweg beschwerdefrei trainieren. "Ihm könnte das Doppel mit mir auch scheißegal sein", sagt Boll. "Keine Spielerin schafft es im Moment, konstant zu spielen". Im Einzel trifft er zum Auftakt um 17.00 Uhr auf den Tschechen Lubomir Jancarik.

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