Bildung Hochschulen Studienabbrecher Deutschland: Mehr Studienabbrecher

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Studenten bei der Erstsemesterbegrüßung am Campus Koblenz der Universität Koblenz-Landau. Anke Engelke auch. Herbert Grönemeyer, Günther Jauch und Brad Pitt ebenfalls. Fast jeder dritte Bachelorstudierende hört laut einer Studie vorzeitig auf. Meist tauchen sie dann in die Anonymität ab - und irgendwann ohne Uni-Abschluss wieder im Arbeitsmarkt auf.

Im Schnitt der Hochschularten deutlich höher ist die Abbrecherquote in der Gruppe der Studienanfänger mit Migrationshintergrund, die in Deutschland zur Schule gegangen sind, aber keinen deutschen Pass haben: Von ihnen verlassen 43 Prozent die Hochschule ohne Abschluss. An Universitäten geht sie leicht zurück.

Die Ergebnisse belegten aber auch, dass ein Studienabbruch "kein Scheitern der beruflichen Karriere" bedeute, hob Wanka hervor.

Wird denn der Irrtum zumindest schnell erkannt? Weitere 29 Prozent studieren drei bis vier Semester bis zum "Adieu", aber immerhin 13 Prozent sind länger als sechs Semester dabei. Fast jeder dritte Bachelorstudierende (29 Prozent) hört vorzeitig auf, wie eine vom Bundesbildungsministerium am Donnerstag vorgestellte Studie ergab. Als Gründe dafür werden am häufigsten die hohen Anforderungen an der Hochschule und mangelnde Studienmotivation genannt.

"Wesentliche Einflussfaktoren liegen bereits in der Phase vor dem Studium", bilanzieren die DZHW-Wissenschaftler. Finanzielle Engpässe spielen der Untersuchung zufolge eine nachrangige Rolle - diese Begründung wurde nur von 11 Prozent angeführt (2008: 19). Wankas Ministerium setzt auf eine vertiefte Berufsorientierung schon an Schulen, um Fehlentscheidungen zu verhindern. Für 15 Prozent ist der Wunsch nach mehr Praxis entscheidend.

Und was kommt nach dem Studienabbruch?

Die große Mehrheit hält sich nicht lang mit dem Wundenlecken auf. Ein halbes Jahr nach Verlassen der Hochschule haben demnach aber 43 Prozent von ihnen eine Berufsausbildung aufgenommen, 31 Prozent sind sogar schon erwerbstätig.

Das Thema Studienabbruch ist ja nicht neu.

Was nun können die Hochschulen tun, um die Abbrecherquoten zu senken? Vor knapp einem Jahr ging zudem eine zentrale Informationsplattform online, die Studienzweifler über alternative Qualifizierungswege in und außerhalb der Hochschulen informiert. Was weiß man darüber?

Überdurchschnittlich hoch ist laut einer Teilstudie der Stiftung Mercator die Abbrecherquote bei Studierenden mit Migrationshintergrund. Eine Ursache sei "punktuell auch soziale Isolation".

Die Studie verdeutliche, "dass die Bewältigung eines Studiums für Menschen aus Zuwanderungsfamilien eine besondere Herausforderung darstellt", erklärte der Geschäftsführer der Stiftung Mercator, Wolfgang Rohe.

Wie aussagekräftig sind die Untersuchungen zum Studienabbruch?

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) zeigte sich überzeugt, dass der frühe Zeitpunkt eines Studienabbruchs und der schnelle Wechsel in eine Ausbildung darauf hinwiesen, "dass viele junge Menschen noch nicht genau wissen, welchen Berufsweg sie einschlagen möchten". Das Forschungsprojekt im Auftrag des Bundesministeriums begann Anfang 2014 und endete Mitte 2016. Und sie sind repräsentativ: In die Befragung wurden auf Basis einer bundesweiten Stichprobe insgesamt 32 Universitäten und 28 Fachhochschulen einbezogen. In die Auswertung liefen Aussagen von gut 6000 Exmatrikulierten ein.

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