Terror in Manchester: May fordert wegen Leaks Antworten von Trump

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Der mutmaßliche Manchester-Attentäter Salman Abedi ist nach Erkenntnissen der Polizei über den Flughafen Düsseldorfer nach Großbritannien geflogen. Nach dem Attentat hatten US-Medien mehrfach über noch unveröffentlichte Erkenntnisse britischer Behörden berichtet.

Salman Abedi war den britischen Sicherheitsbehörden bekannt, wie Innenministerin Amber Rudd sagte. Zudem sei der Mann bereits 2015 von Frankfurt aus nach Großbritannien gereist. Zuvor habe er offenbar eine paramilitärische Ausbildung in Syrien durchlaufen; dies habe Scotland Yard dem Bundeskriminalamt (BKA) mitgeteilt, berichtete der "Focus". Nach ZDF-Informationen war Abedi nicht im sogenannten Schengen-Informations-System registriert, also auch nicht zur Fahndung oder zur Meldung seiner Reiseaktivitäten ausgeschrieben. Er stand offenbar auch auf keiner Beobachtungsliste, auf der Reisebewegungen verdächtiger Islamisten erfasst werden, so ein britischer Antiterror-Ermittler. Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums erklärte, die britischen und die deutschen Behörden stünden in engstem Kontakt. Und: "Selbstverständlich sind auch etwaige Bezüge in andere Länder sowie mögliche Reisewege Teil dieser Ermittlungen". "Die Szene ist international eng verflochten", zitierte der "Focus" einen ranghohen BKA-Experten. Premierministerin Theresa May betonte, die höchste Terror-Warnstufe bleibe bestehen. "Wir müssen klären, ob Abedi in Syrien Leute kennengelernt hat, die er jetzt in NRW oder Hessen getroffen hat!"

Die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat das Attentat für sich reklamiert.

Britische Polizisten legen Blumen für die Opfer nieder
Britische Polizisten legen Blumen für die Opfer nieder

Nach jüngsten Zahlen der staatlichen Gesundheitsbehörde wurden bei der Anschlag weit mehr Menschen verletzt als zunächst bekannt.

Von zehn Festgenommenen befinden sich noch acht Männer (18 bis 38 Jahre alt) in Untersuchungshaft - darunter der ältere Bruder des Attentäters, Ismail Abedi (24). Die "besondere Beziehung" zwischen den USA und Großbritannien werde diesen "unglücklichen Vorfall überdauern", sagte Tillerson. Mindestens 59 wurden verletzt, 20 sind noch in einem kritischen Zustand. Ein Freund des 22-jährigen war britischen Medienberichten zufolge im Mai 2016 in Manchester von britischen Jugendlichen verfolgt und schließlich erstochen worden.

22 Menschen starben bei dem verheerenden Anschlag auf ein Konzert der US-Sängerin Ariana Grande. Abedi, der Sohn libyscher Eltern, war im Raum Manchester aufgewachsen. Nachbarn zufolge war die aus Libyen stammende muslimische Familie streng gläubig und in der Moschee engagiert. "Möglicherweise wurde ihm der Sprengsatz übergeben, nachdem er aus Libyen mit einem Terrorauftrag zurückgekehrt ist", so der Ermittler. Die Polizei geht davon aus, dass Abedi kein Einzeltäter war, sondern zu einem Terrornetzwerk gehört. Die britische Regierung vermutet, dass US-Geheimdienstquellen forensische Aufnahmen vom Tatort an die "New York Times" weitergegeben und damit die Ermittlungen in Gefahr gebracht haben. Künftig sollten nicht nur Zugangskontrollen, sondern auch "die Situation nach Abschluss der Veranstaltung, wenn die Menschen die Hallen oder Stadien verlassen, genau in den Blick" genommen werden, sagte der CDU-Minister der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch". Die Fotos zeigen offensichtlich einen Zünder, Metallmuttern und Schrauben sowie einen blauen Rucksack, in dem die Bombe gewesen sein könnte. Die Briten hatten die Info-Weitergabe gestoppt, nachdem in US-Medien Fotos und Details zu den Ermittlungen veröffentlicht wurden.

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