Mittelohrentzündung homöopathisch behandelt - Kind stirbt

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Üblicherweise verschreiben Ärzte bei einer etwas hartnäckigeren Infektion Antibiotika, doch die Eltern des siebenjährigen Francesco aus dem ostitalienischen Städtchen Cagli wollten ihrem Kind auf keinen Fall Antibiotika geben, sondern setzten stattdessen auf eine homöopathische Therapie. Mecozzi riet den Eltern, das Kind nicht ins Spital zu bringen. "Er versprach ihnen, dass Francesco bald wieder gesund sein werde", sagt Grossvater Maurizio zu "Il Mattino". Auch diesmal soll der Arzt den Eltern Hoffnung gemacht haben, dass ihr Sohn wieder gesund werde. Im Verlauf der Tage breitete sich die Infektion in dessen Kopf aus und ging schliesslich auf die Hirnhaut über. Anschließend war er in eine Klinik nach Ancona verlegt worden. Eine antibiotische Schocktherapie half auch nicht mehr: Die Mittelohrentzündung hatte zum Hirntod geführt. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft im norditalienischen Urbino gegen ihn und die Eltern wegen Mordes. Laut "Corriere della Serra" sollen Ermittler die Praxis des Homöopathen durchsucht sowie Computer und Medikamente beschlagnahmt haben.

Der Mediziner hat laut einer Recherche des "Corriere" eine fragwürdige Karriere: Als er für einige Zeit vom Ärzteverband ausgeschlossen wurde, arbeitete er unter anderem als Portier und als Allrounder in einem Supermarkt. Als der Ärzteverband in Pesaro sich über seine Tätigkeit als Homöopath erkundigte, schrieb Mecozzi zurück: "Ich habe kein Interesse, Ihnen davon zu erzählen". Nicht so bei dem kleinen Francesco. Dort war das Kind noch operiert worden und hatte eine Antibiotikatherapie erhalten. Von Gesundheitsexperten wird meist dazu geraten, eine Mittelohrentzündung schnell zu behandeln. "Wir müssen Homoöpathie als eine Möglichkeit betrachten, ein Krankheitsbild mit mehreren Werkzeugen zu behandeln".

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