Terroranschlag in Manchester: Weitere Festnahmen

Einstellen Kommentar Drucken

Rudd hatte am Wochenende erklärt, manche Mitglieder des Netzwerks um den 22-jährigen mutmaßlichen Selbstmordattentäter Salman Abedi seien womöglich noch auf der Flucht. Die Polizei bat die Bevölkerung um Hinweise zu einer Wohnung im Stadtzentrum, in der sich Abedi unmittelbar vor der Bluttat aufgehalten haben soll. Es war die zwölfte Festnahme im Zusammenhang mit dem perfiden Bombenanschlag auf jugendliche Konzertbesucher in Großbritannien. Dort hatte er sich am Montagabend am Ende eines Konzerts der US-Popsängerin Ariana Grande in die Luft gesprengt und 22 Menschen mit in den Tod gerissen.

Mehr als 30.000 Läufer nahmen an der durch ein massives Polizeiaufgebot gesicherten Sportveranstaltung teil.

Manchester - Der jüngere Bruder des Attentäters von Manchester hatte einer britischen Zeitung zufolge einen Terroranschlag auf den deutschen UN-Libyengesandten Martin Kobler geplant.

Der für Anfang dieses Jahres vorgesehene Angriff auf Koblers Konvoi konnte verhindert werden, wie der "Telegraph" am Sonntag berichtete.

Die Polizei arbeitet derzeit nach eigenen Angaben mit 1000 Beamten rund um die Uhr an dem Fall. Die Terrorstufe "ernst" bedeute aber, dass ein Anschlag immer noch sehr wahrscheinlich sei. Schon am Freitag teilte sie mit, dass sie "große Teile des Netzwerks" hinter dem Anschlag, den die Dschihadistenmiliz IS für sich reklamierte, zerschlagen habe.

Sechs Tage nach dem Attentat setzten gestern Zehntausende Sportler und Zuschauer in Manchester ein Zeichen gegen den Terror: Sie versammelten sie sich zu einem Halbmarathon.

Die Terrorwarnstufe ist in Großbritannien am Wochenende von "kritisch" auf "ernst" herabgesetzt worden.

In Manchester selbst und in der Gegend um Chester westlich der nordenglischen Metropole durchsuchte die Polizei demnach zwei weitere Häuser. Der Vorsprung der Konservativen von Premierministerin Theresa May ist nach dem Anschlag in Umfragen geschrumpft.

In Verbindung mit dem Terroranschlag in Manchester hat die britische Polizei ihre Ermittlungen in den Süden des Landes ausgeweitet. Nach einem Feiertag am Montag sollen die Soldaten, die nach dem Anschlag an besonders gefährdeten Orten postiert wurden, aber schrittweise wieder abgezogen werden.

Sein jüngerer Bruder Hashim soll in die Anschlagspläne eingeweiht gewesen sein. Die Polizei nahm ihn am Dienstag in Libyens Hauptstadt Tripolis fest. In Libyen wurden ein anderer Bruder und der Vater festgesetzt. Außerdem gab es laut Polizei eine Durchsuchung im Stadtviertel Moss Side. Zuvor war bei einer Razzia im Osten von Manchester der 25-Jährige gefasst worden. Damit befinden sich zwölf Verdächtige in britischem Polizeigewahrsam.

Comments