Drei Festnahmen : Manchester-Attentäter soll IS-Kontakt gehabt haben

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Abedi war dem britischen Geheimdienst bekannt. Ein 23-Jähriger war bereits gestern festgenommen worden, drei weitere Männer am Vormittag. Er habe ausgesagt, während der Vorbereitungen in Großbritannien gewesen zu sein. Er sei Mitte April ausgereist, danach aber mit seinem Bruder in ständigem Kontakt gewesen. Dessen in Libyen festgenommener Bruder identifizierte ihn als Mitglied der Terrormiliz IS.

Unterdessen hat die britische Polizei drei weitere Verdächtige festgenommen. Laut BBC soll einer der Männer Abedis Bruder sein. Abedi war vermutlich Teil eines Netzwerks. Die Ausführung des Anschlags sei "anspruchsvoller gewesen als einige der Anschläge, die wir davor erlebt haben".

Der Islamische Staat hatte den Anschlag am Dienstag für sich reklamiert. Auch Rudd betonte, die Verbindung zum IS müsse erst untersucht werden.

Abedi hatte sich den britischen Ermittlungsbehörden zufolge in die Luft gesprengt, als die Zuschauermassen aus einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande strömten. Seitdem sind in Verbindung mit dem Attentat in Großbritannien sieben Männer und eine Frau festgenommen worden. Details zu ihnen nannte Hopkins nicht, einer der Festgenommenen soll aber Bruder des Attentäters sein.

Nach Angaben des französischen Innenministers Gérard Collomb sei der Attentäter zudem wahrscheinlich in Syrien gewesen. Verbindungen zum Daesch seien "erwiesen".

Manchester/Brüssel. Nach dem Terroranschlag von Manchester wird die Zusammenarbeit von Großbritannien und den USA auf eine harte Probe gestellt. Die gesamte Familie des mutmaßlichen Islamisten stammt ursprünglich aus Libyen. Im Juli 2005 hatten vier Muslime mit britischem Pass in der Londoner U-Bahn und in einem Bus Sprengsätze gezündet. 22 Menschen wurden getötet und 59 verletzt, darunter viele Kinder und Jugendliche. Das jüngste bekannte Todesopfer war acht Jahre alt.

Die Bundesbehörden in ganz Deutschland setzten ihre Flaggen am Mittwoch auf halbmast.

Am zweiten Tag nach dem Anschlag waren nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden noch 20 Menschen in kritischem Zustand.

Die Bombe war nach den Worten eines behandelnden Arztes offensichtlich auch mit Nägeln bestückt. Die Terrorwarnstufe werde bis auf weiteres auf dem höchsten Stand bleiben. Fast 1000 bewaffnete Soldaten werden eingesetzt, um etwa die Ordnungshüter am Regierungssitz in der Downing Street, zu unterstützen. Der weltberühmte Wachwechsel vor dem Buckingham-Palast wurde für Mittwoch abgesagt, um Personal für anderen Aufgaben freizustellen. Der Fußballklub Chelsea sagte seine für Sonntag geplante Meisterschaftsparade ab. Angesichts der Ereignisse sei es unangemessen, die Parade wie geplant am Sonntag in London zu veranstalten.

Das britische Sicherheitskabinett wollte sich an diesem Mittwoch erneut zu einer Krisensitzung treffen.

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