Filmfestival in Cannes startet mit viel Glamour

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Die Internationalen Filmfestspiele in Cannes zählen zu den weltweit bedeutendsten Filmfestivals. Haneke gewann bereits zwei Mal die Goldene Palme: für ‹Liebe› und ‹Das weisse Band - Eine deutsche Kindergeschichte›. Doch dieses Jahr ist sie zusätzlich mit 167 kleinen Diamanten verziert. Erstmals wurde sie 1955 vergeben. Und da sollen wir statt nach Paris lieber an die Côte d'Azur schauen, wo nun zum 70. Und im Jahr 1951 änderte man den Zeitraum und organisierte den zweiwöchigen Kinomarathon nicht mehr im September, sondern im April.

Auch Deutschland ist gut vertreten in diesem Jahr. Er hat es in den Wettbewerb des wichtigsten Filmfestivals geschafft - und tritt dort unter anderem gegen Michael Haneke an.

Darüber hinaus ist die Berliner Filmemacherin Valeska Grisebach, die vor zehn Jahren mit "Sehnsucht" auf der Berlinale Triumphe feierte, in der renommierten Nebensektion "Un certain regard" (Ein gewisser Blick) zu sehen. Zum Auftakt wird das französische Liebesdrama "Les Fantômes d'Ismaël" mit Charlotte Gainsbourg, Marion Cotillard und Mathieu Amalric gezeigt. "Filmfestspiele von Cannes" die Siegerinnen und Sieger sowie die interessantesten Filme des Festivals vor, zeigen die spannendsten Künstlerinterviews und die glanzvollsten Momente.

Außer Konkurrenz und in Sondervorführungen stehen darüber hinaus Filme von Roman Polanski, Vanessa Redgrave und Kristen Stewart sowie Serienfortsetzungen von Jane Campion und David Lynch im Programm.

Andererseits lässt sich bei all der Feierlaune am Prachtboulevard der Croisette auch die aktuelle politische Wirklichkeit nicht ausblenden. Im vergangenen Jahr zeigte sie sich gemeinsam mit Ehemann George Clooney auf dem roten Teppich. In "Aus dem Nichts" von Fatih Akin verliert Diane Kruger bei einem Anschlag ihre Familie - verdächtigt werden Neonazis. Zentrale Themen sind die Flüchtlingskrise, der Klimawandel und Nordkorea.

"Nicht das Festival ist politisch", so Thierry Frémaux, "sondern die Filmemacher".

Die größten Überraschungen aber betreffen die Produktionsfirmen und Formate.

Noch bemerkenswerter ist allerdings, dass im Wettbewerb große Hollywoodstudios wie Sony, Warner und Fox fehlen. Und auch ein zweiter Film, der mit einem maßgeblichen Finanzierungsbeitrag des ORF entstanden ist, ist bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes vertreten: Ali Soozandehs animiertes Gesellschaftsdrama "Teheran Tabu" geht in der Sektion "Semaine de la Critique" ins Rennen um eine Auszeichnung. Der 67-Jährige gilt als der erfolgreichste spanische Regisseur der Gegenwart.

Oft wünschen sich die von Netflix produzierten Regisseure, dass ihre Filme trotzdem noch einen Kinostart bekommen. Neben Almodóvar gehören Schauspieler, Filmemacher und Branchenkenner zur neunköpfigen Jury.

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