Deutschland wird Vorletzter beim ESC

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Im vergangenen Jahr hatte die Kandidatin Jamala mit "1944" - einem Lied über das Schicksal der Krimtataren - gewonnen und so den ESC in die Ukraine geholt.

Auch der Portugiese Salvador Sobral (27) verzichtete auf eine spektakuläre Show, sondern überzeugte offensichtlich mit viel Gefühl.

Deutschland hat bisher zweimal beim ESC gesiegt: Lena triumphierte im Jahr 2010 mit ihrem Song "Satellite" und Nicole 1982 mit "Ein bisschen Frieden". "Und außerdem sind wir nicht Letzter geworden, sondern Vorletzter". Komponistin der Jazz-Ballade "Amar Pelos Dois" ist seine Schwester, die den Song zum Schluss der großen Live-Show gemeinsam mit ihrem Bruder sang.

Auch Levina, die in Bonn geboren wurde, in Chemnitz aufwuchs und heute in London und Berlin wohnt, hatte sich für einen eher reduzierten, von Grautönen dominierten Auftritt entschieden.

Nach dem ersten Schock über den vorletzten Platz - sie musste sich zwischenzeitlich die Tränen aus den Augen wischen - konnte Levina kurz darauf schon wieder lachen.

ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber sagte, das Ergebnis sei "für Levina eine herbe Enttäuschung".

Sie sei traurig - bedanke sich aber bei Irland, das Deutschland immerhin drei Punkte gegeben habe, sagte die 26-Jährige in der Nacht zu Sonntag in der ARD.

Zweiter wurde Bulgarien mit 615 Punkten. Der Australier Isaiah schaffte mit "Don't Come Easy" den neunten Platz.

Mit großem Abstand lässt Sabral mit der melancholischen, in seiner Muttersprache gesungenen Jazzballade die kunterbunte ESC-Konkurrenz hinter sich.

Überschattet wurde der eigentlich unpolitische Wettbewerb vom Konflikt zwischen dem Gastgeberland Ukraine und Russland. Kiew hatte der russischen Kandidatin die Einreise verweigert. Nach neuer blutiger Gewalt in der Ostukraine sagte Präsident Petro Poroschenko am Samstag seinen Besuch beim Finale ab.

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