Trump wollte Comey schon länger feuern

Einstellen Kommentar Drucken

Der US-Präsident sagte außerdem, Comey habe ihm bei drei Gelegenheiten versichert, dass nicht gegen ihn ermittelt werde. Mehrere Mitarbeiter des früheren Sicherheitsberaters Flynn sollen in der vergangenen Woche Vorladungen von Gerichten erhalten haben. US-Präsident Donald Trump im Oval Office in Washington. McCabe sagte im Ausschuss, Comey habe große Unterstützung innerhalb des FBI genossen. Er muss im Geheimdienstausschuss alle Kontakte, Telefonate und eMails offenlegen, die ihn mit Russlands US-Botschafter in Verbindung bringen.

In dem MSNBC-Interview hielt er Comey vor, ein "Showboat" (Angeber) zu sein, der die Bundespolizei "in Aufruhr" gebracht habe. Der Sprecher des Justizministeriums, Ian Prior, wies entsprechende Medienberichte als "total falsch" zurück.

James Comey, der seit 2013 amtierende Direktor der Bundespolizei FBI, war am Dienstag entlassen worden, weil Donald Trump mit seiner Arbeit nicht zufrieden war. Eine Kommission unter Vizepräsident Mike Prence soll prüfen, ob Hillary Clinton tatsächlich insgesamt mehr Stimmen bekam als Trump. Seine ersten öffentlichen Worte zur Entlassung Comeys sprach der "mächtigste Mann der Welt" in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC. Dass ein US-Präsident sich in laufende Ermittlungen einmischt, ist mindestens ebenso ungewöhnlich wie die angeblich offene Antwort Comeys, der sich in einem laufenden Verfahren ebenfalls nicht äußern dürfte. Daher beträgt die Amtszeit eines FBI-Chefs auch zehn Jahre, während ein US-Präsident höchstens acht Jahre im Amt bleiben darf. Er und die Regierung in Moskau weisen dies zurück. Elaine Kamarck vom Brookings-Institut: "Trump ist entweder der schuldigste Präsident seit Richard Nixon, oder er ist der unfähigste Präsident seit Gründung der Vereinigten Staaten". Der im stillen Kämmerlein vorbereitete Dienstag-Coup markiert in jedem Fall den Anfang eines Endes.

Die oppositionellen Demokraten und US-Medien vermuten, dass die Russland-Untersuchung des FBI der wahre Grund für die Entlassung sind. Auch der Chef der Republikaner im Senat, Mitch McConell, lehnte einen Sonderermittler ab - dieser werde nur die bisherigen Untersuchungen behindern, sagte er.

Hohe FBI-Mitarbeiter erklären es für beinah undenkbar, dass Trumps Behauptung aus dem Kündigungsschreiben zutreffe, wonach Comey ihm dreimal zugesichert habe, dass gegen ihn nicht ermittelt werde.

"Sie machen einen großen Fehler", sagte der Minderheitsführer des Senats, Chuck Schumer, in einer Stellungnahme.

Die Initiative für Comeys Rauswurf sei von ihm selbst ausgegangen: "Ich wollte ihn unabhängig von Empfehlungen feuern".

Trump feuert seinen FBI-Chef aus Rücksicht vor Clinton? Senator John McCain sagte, er fordere schon lange einen Sonderermittler - "und jetzt erst recht".

McCabe ist allerdings nicht der Einzige, der Ermittlungen über eine mögliche Kooperation zwischen russischen Regierungskreisen und Beratern des heutigen Präsidenten Trump aufgenommen hat.

James Comey (56) glaubte zunächst an einen Scherz, als er die Nachricht von seiner Entlassung im TV sah. Solche Vorbesprechungen sind bei Kongressanhörungen üblich. Allerdings sei Trump bereits seit Monaten über Comey verärgert gewesen.

In den Fokus rückte am Donnerstag auch der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein. Stattdessen kritisierte die Regierung den Umgang des FBI-Chefs mit der E-Mail-Affäre der ehemaligen Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton.

Als potenzieller Kandidat für die FBI-Chefstelle gilt Andrew McCabe.

Comments