US-Drama: "Nomadland" gewinnt Goldenen Löwen beim Filmfest Venedig

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In ihrem Spielfilm "Nomadland" erzählt die 38 Jahre alte Zhao von einer Frau, die nach dem wirtschaftlichen Kollaps einer kleinen Stadt in Nevada ihre Sachen in ihr Auto packt und als Nomadin lebt.

Der Hauptpreis des Festivals geht an einen Film mit Oscarpreisträgerin Frances McDormand. Frances McDormand spielt eine verwitwete Frau, die nach der Schließung einer Mine gezwungen ist, ihren Heimatort zu verlassen und sich mit dem Wohnwagen auf die Suche nach Arbeit macht.

"Wir können die Dinge nicht nur aus einer Perspektive sehen", sagte Zhao nach der Preisverleihung über die Wichtigkeit von Filmemacherinnen.

Die deutschen Hoffnungen wurden bei dem Festival dagegen enttäuscht: Das Politdrama "Und morgen die ganze Welt" von Julia von Heinz über eine junge, linke Aktivistin ging leer aus - genauso wie die deutschen Koproduktionen "Quo vadis, Aida?" der in Berlin lebenden Regisseurin Jasmila?bani? über das Massaker in Srebrenica sowie die Gesellschaftssatire "Never Gonna Snow Again" der polnischen Regisseure Ma?gorzata Szumowska und Micha?

Der große Preis der Jury ging an den Mexikaner Michel Franco, dessen brutale Dystopie "New Order" über einen Aufstand der Armen gegen die reiche Oberschicht in Mexiko.

Der Silberne Löwe für die beste Regie ging an den Japaner Kiyoshi Kurosawa (65) für "Wife of a Spy". In dem Drama des ungarischen Regisseurs Kornel Mundruczo spielt sie eine Frau, die ihr Kind Momente nach der Geburt verliert.

Bei den Herren war der Italiener Pierfrancesco Favino siegreich: Er spielte die Hauptrolle in "Padrenostro".

Den Preis für das beste Drehbuch erhielt Chaitanya Tamhane aus Indien für "The Disciple". Das in Schwarzweiß gedrehte "Dorogie Tovarischi!"

Spezialpreis der Jury: Andrej Konchalovsky für "Dear Comrades!"

Cate Blanchett stand in diesem Jahr der Jury des Filmfestivals vor.

Die sogenannte "Mostra" in Venedig war das erste große internationale Filmfestival in Corona-Zeiten, das nicht nur virtuell stattfand. Dennoch hatte sich einiges an Prominenz in der Lagunenstadt eingefunden, darunter Cate Blanchett als Jury-Präsidentin sowie Tilda Swinton, die bereits zu Beginn des Festivals mit dem Ehrenlöwen für ihre Verdienste um das Kino ausgezeichnet worden war. Zu den Preisrichtern gehörten auch die österreichische Regisseurin Veronika Franz sowie der US-amerikanische Schauspieler Matt Dillon. "Eine gute Diskussion ist eine gute Diskussion - mit Maske oder ohne", sagte sie über die Gespräche der Jury.

Im vergangenen Jahr hatte der Psychothriller "Joker" des US-Amerikaners Todd Phillips den Goldenen Löwen der Festspiele gewonnen.

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