Prozess beginnt: Polizisten im Fall George Floyd beschuldigen sich gegenseitig

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Er warf der Gegenseite vor, das Image des Gestorbenen aus taktischen Gründen zu beschmutzen: "Die einzige Überdosis, die George Floyd tötete, war eine Überdosis exzessiver Gewalt und Rassismus durch die Polizei von Minneapolis", so Crump.

Weil sie offensichtlich ein lustiges Spiel spielen. Die Verteidiger der beschuldigten Beamten forderten in der Anhörung getrennte Prozesse für ihre Mandanten - aus Gerichtsunterlagen ging hervor, dass sich alle Männer gegenseitig die Schuld am Tod von Floyd gaben.

Die Staatsanwaltschaft lehnt das ab, ist sich sicher, dass allesamt "in enger Abstimmung untereinander" gehandelt haben.

Vor Gericht verlegen Verteidiger den Prozess schließlich in eine andere Stadt, berichteten amerikanische Gerichtsjournalisten. Das solle die Suche nach unvoreingenommenen Geschworenen erleichtern. Aus diesem Grund wurde auch diskutiert, ob die Identität der Jury - zumindest bis zum Ende des Prozesses - geheim gehalten werden sollte.

Nach der Anhörung fand der Anwalt von Floyds Familie, Ben Crump, deutliche Worte.

Nach dem brutalen Polizeieinsatz und dem gewaltsamen Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd sind am Freitag die beteiligten Polizisten vor Gericht erschienen.

Der Hauptbeschuldigte Ex-Polizist Chauvin wird des "Mordes zweiten und dritten Grades" (also ohne Vorsatz) beschuldigt. Chauvins ehemaligen Kollegen Alexander Kueng (26), Thomas Lane (37) und Tou Thao (34) wird Beihilfe zur Last gelegt. Sie beantragten eine Einstellung des Verfahrens mit der Begründung, dass Floyds Tod durch die Einwirkung von Medikamenten und Drogen ausgelöst worden sei. Er sei erstickt, betonte Anwalt Tony Romanucci erneut.

Richter Peter Cahill muss nun über die Anträge entscheiden. Nach bisherigen Planungen soll der Prozess Anfang März beginnen.

Chauvin behauptete laut Gerichtsunterlagen, Floyd sei an einer Überdosis Fentanyl gestorben. Der weiße Polizist Chauvin hatte sein Knie länger als acht Minuten hinter dem Nacken, obwohl sich der Vater der Familie mehr als 20 Mal beschwerte, dass er nicht atmen könne. Floyd war festgenommen worden, weil er angeblich einen gefälschten 20-Dollar-Schein benutzt hatte.

Der Fall löste in den USA und vielen anderen Ländern Massenproteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität aus.

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