Landesweiter Lockdown ab Freitag in Israel

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Wegen anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen steht Israel ein neuer landesweiter Lockdown bevor. Die Regelung gelte für drei Wochen, teilte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach einer Kabinettssitzung mit. Die neuen Corona-Beschränkungen sollen noch vor Beginn der jüdischen Feste Rosch Haschana und Jom Kippur am kommenden Freitag in Kraft treten. "Unser Ziel ist es, den Anstieg zu stoppen".

Die Menschen dürfen sich nicht weiter als 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Geschlossen werden Schulen, Kindergärten, Hotels, Restaurants und Einkaufszentren. Demnach soll auch der Zutritt zu Synagogen und anderen Gotteshäusern stark eingeschränkt oder ganz untersagt werden. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind weiter erlaubt. Bei Bedarf könnten die Ausgangsbeschränkungen auch ausgedehnt werden, betonte er in einer Fernsehansprache. Außerdem gelten Versammlungsbeschränkungen: Bis zu 20 Menschen dürfen sich im Freien und bis zu zehn Menschen in Innenräumen versammeln.

Aus Protest gegen die Maßnahmen erklärte Wohnungsminister Litzman von der strengreligiösen Partei Vereinigtes Tora-Judentum seinen Rücktritt. Am Samstag wurden in dem Land, das in etwa so viele Einwohner hat wie Österreich, 4.158 Neuinfektionen verbucht, nachdem die Tageswerte seit Anfang Juli praktisch durchgehend vierstellig waren.

Im Kabinett und Land gibt es Widerstand gegen die Maßnahmen. Schon in der ersten Coronawelle war das Land einer der Vorreiter in der Region gewesen.

Israel hat derzeit eine der weltweit höchsten Corona-Infektionsraten. Seit Ausbruch des neuartigen Coronavirus registrierten die israelischen Behörden mehr als 153.000 Infektionsfälle. Die Zahl der Fälle seit Beginn der Pandemie hat inzwischen 150.000 überschritten, 1108 Menschen sind nach einer Infektion gestorben.

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