Österreich verschärft Maskenpflicht | In-/Ausland

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Die Ampel würde für Verwirrung sorgen, weil sie für fast ganz Österreich auf Grün stehe, bundesweit nun aber "gelbe Maßnahmen" vorgeschrieben werden. Heute sollen, hieß es vorab, Linz ins Grüne wechseln, Innsbruck ins Gelbe.

Bei Großveranstaltungen, die über ein ausgeklügeltes Sicherheitskonzept verfügen und mit zugewiesenen Sitzplätzen operieren, werden im Freien 3.000, ansonsten 1.500 Zuschauer zugelassen. Vor zwei Wochen hatte die Zahl täglicher Neuinfektionen noch etwa halb so hoch gelegen. Er gehe davon aus, dass die neuen Maßnahmen die Bevölkerung in Österreich auf längere Sicht, während des gesamten Winters "und womöglich darüber hinaus" begleiten werden.

Die meisten Neuinfektionen wurden erneut in Wien mit 387 Fällen verzeichnet, weshalb der zuständige Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) eine Maßnahmenverschärfung forderte: "Wir brauchen einige Spielregeln wieder". Wien sei jedoch im "juristischen Dilemma", die Vorkehrungen nicht selbst treffen zu können, so der SPÖ-Politiker - mehr dazu in wien.ORF.at.

Die Schweiz setzte Wien unterdessen auf die Liste der Corona-Risikogebiete. Diese bestätigten sich schließlich nicht. Laut einem Bericht des "Standard" hätte vor allem das Kanzleramt auf Orange für die Bundeshauptstadt gedrängt. Das hätten aber nicht alle Ländervertreter mittragen wollen, so die Zeitung. Das sei in der Runde von Expertinnen und Experten aber auf Widerstand gestoßen.

Aufgrund des Anstiegs an Neuinfektionen sollen Veranstaltungen sollen in ganz Österreich wieder eingeschränkt und die Maskenpflicht in Innenräumen ausgeweitet werden.

Dafür ist offenbar dem Drängen von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) (und zuletzt der Wiener Stadtregierung) stattgegeben worden, die Maßnahmen wieder insgesamt zu verschärfen. Hacker hatte schon am Donnerstag schärfere Maßnahmen gefordert. Der Kanzler verwehre sich gegen ein "Schönrechnen der Zahlen". Am Freitag um 11.00 Uhr gebe es dann eine Pressekonferenz.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) verwies auf die "entscheidende" Phase des Übergangs vom Sommer in den Herbst. Bei einem Hintergrundgespräch mit Journalisten äußerte er sich Donnerstagvormittag eher zurückhaltend zu der anstehenden Schaltung. Gefragt, ob er damit rechne, dass weitere Bezirke und Städte auf "gelb" und Wien gar auf "orange" geschaltet werden, betonte er, er wolle der Kommission nicht vorgreifen.

Neben der reinen Zahlenentwicklung wertet die Kommission auch die Übertragbarkeit der Fälle, die Quellensuche (Cluster), Ressourcen der Spitäler und Tests (auch den Anteil der positiven Tests). Was die Städte betrifft, will man laut Herzog nun auch berücksichtigen, dass es eine gewisse Mobilität der Bevölkerung ins Umland gebe. Die gesetzliche Absicherung der Ampel müsse in Begutachtung. Erst mit der Novellierung des Epidemiegesetzes und des Covid-19-Maßnahmengesetzes können alle Regeln aufgrund der vier Farbstufen von Grün bis Rot rechtlich durchgesetzt werden. Ein Beschluss ist für den 23. September geplant.

"Ab Montag wird der Mund-Nasen-Schutz wieder verpflichtend sein", sagte Kurz einleitend - das heißt, der Mund-Nasen-Schutz (MNS) wird so wie im Frühling etwa allegemein im Handel, auf Behörden und in den Dienstleistungsbereichen wieder verpflichtend getragen werden müssen. Sie soll nun endlich am morgigen Freitag vorliegen.

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