MAN streicht bis zu 9.500 Stellen

Einstellen Kommentar Drucken

Das könnte die Schließung der drei Standorte mit zusammen 2550 Mitarbeitern bedeuten, davon 2300 in Steyr, wo leichte und mittelschwere Lkw gebaut werden.

Vor allem in München, Nürnberg und Salzgitter beginnt jetzt das große Zittern.

Diese Nachricht wurde am 11.09.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Das ergibt sich aus den vorliegenden Zahlen. Insgesamt will die VW*-Tochter rund 9500 Arbeitsplätze abbauen. Wie viele der knapp 20 000 Arbeitsplätze in Deutschland betroffen sind, blieb zunächst offen. Dazu, ob der Jobabbau ohne Kündigungen möglich sei, äußerte sich ein Sprecher am Freitag nicht. Die entsprechenden Verhandlungen sollten zeitnah erfolgen. Man strebe jedoch "einen möglichst sozial-verträglichen Stellenabbau" an, hieß es. Auch bei Scania sollen rund 5.000 Jobs gestrichen werden. Die bisherigen Initiativen von ÖVP, FPÖ und Grünen seien hauptsächlich eine PR-Show gewesen: "Wir müssen vom Reden zum Handeln kommen", stellte Gerstorfer klar. Dies gelte sowohl für die Verwaltung als auch die Produktion. Sie kündigten an, dass die Gewerkschaften gemeinsam mit dem MAN-Betriebsrat für den Standort Steyr mit allen Mitteln kämpfen werden. "Das sind Management-Konzepte von tief unten aus der Mottenkisten", erklärte Betriebsratschef Saki Stimoniaris.

Die Belegschaft werde nicht für schwere Managementfehler büßen, sondern Widerstand gegen den Stellabbau leisten.

Der Plan des Managements würde in Deutschland und Österreich "fast jeden zweiten Arbeitsplatz vernichten", kritisiert der MAN-Betriebsrat. Von Januar bis Juni hatte die VW-Tochter operativ 387 Millionen Euro versenkt nach einem Gewinn von 253 Millionen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz im vergangenen Jahr betrug rund elf Milliarden Euro.

Mit dem angekündigten Umbau will sich der Konzern langfristig neu ausrichten. Weltweit sollen bis zu 9500 Stellen wegfallen, wie das Unternehmen am Freitag in München mitteilte.

Der Steyrer Bürgermeister Gerald Hackl (SPÖ) gab sich in einer Stellungnahme ebenfalls abwartend, was bei den Verhandlungen des Betriebsrates mit der Unternehmensleitung herauskommt. Volkswagen tauscht mehrere Top-Manager seiner Nutzfahrzeugsparten aus. In einigen Fällen werden Entwicklungs- und Produktionsprozesse an andere Standorte verlagert. Die Produktionsstätte in Steyr und die Fabriken in Plauen und Wittlich stehen zur Verfügung.

Bereits vor der Corona-Krise wurde schon über einen Stellenabbau gesprochen. Über das Vorgehen hatte es zwischen dem früheren VW-Nutzfahrzeugvorstand und Traton-Chef Andreas Renschler und der Arbeitnehmerseite heftigen Streit gegeben. Renschler musste Anfang Juli seine Posten bei VW räumen, Traton und MAN erhielten neue Chefs.

Für die geplanten Personalmaßnahmen erwarten die Vorstände der MAN SE und der MAN Truck & Bus SE den Angaben zufolge derzeit einen Restrukturierungsaufwand in einem mittleren bis oberen dreistelligen Millionenbereich, also 500 bis 800 Mio.

MAN gehört zusammen mit dem schwedischen Lkw-Bauer Scania zum Volkswagen-Konzern und ist einer der führenden Nutzfahrzeug-Konzerne in Europa.

Die LKW-Branche steht unter anderem wegen der weltweit sinkenden Nachfrage unter Druck.

Comments