Fortschritte bei Rechtsstreit: Bayer verlängert Vertrag von Konzernchef Baumann

Einstellen Kommentar Drucken

Im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat steuert Bayer unterdessen nach eigenen Angaben auf einen Kompromiss mit US-Klägern zu. Und dennoch hält Bayers Aufsichtsrat an ihm fest: Wie der Konzern am Donnerstagabend bekanntgab, hat das Aufsichtsgremium der Leverkusener den 2021 endenden Vertrag mit Baumann bis 2024 verlängert.

Anleger haben positiv auf die Vertragsverlängerung von Bayer-Vorstandschef Werner Baumann reagiert. Die Aktie des Pharma- und Agrarchemiekonzerns legte am Freitag im Leitindex Dax teils deutlich zu. Trotzdem galt eine Verlängerung des Vertrages von Baumann zuletzt als sicher, selbst nach dem Wechsel an der Aufsichtsratsspitze im April.

Bayer teilte aber am Donnerstag mit, dass es mit den Klägeranwälten Fortschritte bei einem überarbeiteten Konzept für den Vergleich erzielt habe. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen.

Der Vertrag von Baumann wurde nicht um die maximal möglichen vier Jahre, sondern lediglich um drei Jahre verlängert.

Eigentlich hatten sich Bayer und die Klägeranwälte bereits Ende Juni auf eine Lösung zur Beilegung der Rechtskonflikte verständigt. Mit der Übernahme von Monsanto wurde Bayer 2018 zum weltgrößten Produzenten von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln, holte sich aber auch Tausende Klagen krebskranker Nutzer von Monsantos Pflanzengift Glyphosat ins Haus. Die Details sollen demnach in den kommenden Wochen endgültig vereinbart und dann dem zuständigen US-Gericht zur vorläufigen Genehmigung vorgelegt werden. Er begründete dies mit seiner persönlichen Lebensplanung.

Die Aufgabenliste für den alten und neuen Bayer-Chef wird in Zukunft jedoch nicht kürzer: Unter der Führung von Werner Baumann gelte es nun in den kommenden mehr als dreieinhalb Jahren, Bayer in einem sehr herausfordernden Umfeld erfolgreich weiterzuentwickeln, heißt es in der Mitteilung des Konzerns. "Wir erwarten zudem, dass der Rechtskomplex Glyphosat in einer für das Unternehmen zufriedenstellenden Weise gehandhabt wird, die wirtschaftlich sinnvoll und so strukturiert ist, dass mögliche künftige Fälle effizient geregelt werden können". Dieser Teil des Vergleichs ist für Bayer von großer Bedeutung, um beim Thema Glyphosat künftig Rechtssicherheit in den USA zu erreichen. Baumann arbeitet seit 1988 für Bayer, wurde 2010 in den Vorstand berufen und rückte im Mai 2016 an die Spitze des Gremiums auf.

Comments