Formel 1: Vettel geht auf Konfrontationskurs mit Ferrari

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Beim zweiten Wochenende in England patzt Sebastian Vettel schon kurz nach dem Start. Begleitet werden seine letzten Monate bei Ferrari indes von Verschwörungstheorien und Spekulationen um einen vorzeitigen Abschied. Dann klingt er wie jemand, der sich Tag für Tag mit Bauchschmerzen ins Büro schleppt.

Der vierfache Formel-1-Weltmeister stolpert derzeit von Fehler zu Fehlentscheidung und wird von seinem Ferrari-Teamkollegen Leclerc regelmäßig geschlagen. Nur Platz zwölf beim Jubiläumsrennen der Formel 1 in Silverstone - und noch während des Rennens teilte der 33-Jährige gegen sein eigenes Team aus. Zu Vettel gab es auf dem Briefkopf keine Zeile. "Ihr wisst, dass ihr es verbockt habt", kritisierte er, als er in Runde 25 harte Reifen erhielt.

Die Vorkommnisse von Silverstone reihen sich ein in eine bislang verkorkste Saison für den ehemaligen Champion, der Mitte Mai von Ferrarri mitgeteilt bekommen hatte, dass sein auslaufender Vertrag zum Ende des Jahres nicht verlängert werden würde. Über ein anderes Szenario wird aber gerade mit zunehmendem Eifer spekuliert: Verlässt der Deutsche die Scuderia sogar frühzeitig mitten in der Saison? "Wenn Sebastian so weitermacht", dann werde er "den roten Overall nicht mehr bis zum Saisonende tragen". Dass Vettel sich aber tatsächlich wegekeln will, wirkt höchst unwahrscheinlich. Trotz unbefriedigender Leistungen bleiben die weiteren Einsätze des deutschen Formel 1-Piloten also durchaus spannend. Vor allem die offensichtliche Unterlegenheit gegen seinen Teamrivalen Charles Leclerc schmerzt wohl. Durchs Internet geistern seit Wochen Theorien, nach denen der Monegasse von Ferrari bevorteilt wird, um den Vettel-Rausschmiss zu rechtfertigen. "Ich bin kein Verschwörungstheoretiker", sagte Vettel bei RTL, "denn da besteht immer die Gefahr, dass man sich zu sehr reinsteigert und darüber die Dinge vergisst, die man selbst kontrollieren kann". Dennoch sei da eben "eine große Differenz zwischen Charles und mir, und ich bin mir nicht ganz sicher warum". "Wenn ich dann auch noch langsamer bin als mein Teamkollege, ist es klar, dass das Team auf ihn setzt". Beobachter vermuteten daher unerkannte Schäden am Boliden. Einem Bericht zufolge stellt Ferrari dem Piloten ein neues Chassis zur Verfügung. "Meiner Meinung nach muss da etwas am Auto nicht stimmen", sagte der 35-Jährige Weltmeister von 2016 gegenüber dem Sender. "Das ist ja auch in Ferraris Interesse". Die Scuderia braucht jeden Mitarbeiter.

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