Corona-Regeln trennen Paare ohne Trauschein

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Ein Paar am Strand: Viele unverheiratete Paare dürfen sich wohl auf ein baldiges Wiedersehen freuen. Am Montag sollen die Beschränkungen enden.

Das ändert sich jetzt: Die Bundesregierung hebt die umstrittenen Reisebeschränkungen für Paare ohne Trauschein auf. Ab kommender Woche können auch unverheiratete Partner aus Nicht-EU-Staaten wieder nach Deutschland einreisen.

Paare müssten den "Nachweis einer auf Dauer angelegten Partnerschaft mit mindestens einem vorherigen persönlichen Treffen in Deutschland" erbringen, teilte das Ministerium mit. Alternativ könne ein vorheriger gemeinsamer Wohnsitz im Ausland nachgewiesen werden.

Die Partner müssen den Behörden allerdings Unterlagen vorlegen, um eine Einreisegenehmigung aus Drittstaaten zu bekommen: Nötig sind nach Ministeriumsangaben eine Einladung der in Deutschland wohnhaften Person, eine gemeinsam unterschriebene "Erklärung zum Bestand der Beziehung" und Nachweise der vorherigen Treffen.

Zur Eindämmung des Coronavirus hatten Deutschland und die anderen EU-Staaten ein weitreichendes Einreiseverbot für Bürger der allermeisten Nicht-EU-Länder verhängt. Kurzfristige Besuche bei Ehepartnern, eingetragenen Lebenspartnern oder nahen Angehörigen sind zwar unter bestimmten Bedingungen auch aus diesen Ländern erlaubt. "Es kann doch nicht sein, dass in Europa der Tourismus wieder möglich ist, die Betroffenen ihre Partnerinnen und Partner aber seit Monaten nicht mehr sehen können".

Der Minister war zuletzt zunehmend unter Druck geraten, weil binationale Paare bereits wochenlang eine Lösung angemahnt hatten. "Ich begrüße, dass wir dies im europäischen Rahmen jetzt ermöglichen können", sagte Seehofer.

Seit Ausbruch der Coronakrise konnte das getrennte Paar nur in Videoschalten miteinander sprechen. Erst am Donnerstag hatte ein Sprecher der EU-Kommission betont, die EU-Regelung erlaube Ausnahmen auch für unverheiratete Paare. Seehofer verwies allerdings immer wieder darauf, dass er eine europäische und keine nationale Lösung wolle, womit er selbst beim Koalitionspartner SPD zuletzt für Unverständnis gesorgt hatte. Das hatte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gesagt.

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