Vier weitere frühere Audi-Manager angeklagt

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Nach Ex-Audi-Vorstandschef Rupert Stadler gibt es auch Klagen gegen drei seiner ehemaligen Vorstandskollegen.

Die vier jetzt Angeklagten seien nicht geständig, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Mayer.

Im Diesel-Skandal bei Audi haben die Staatsanwälte vier weitere Ex-Manager wegen Betrugs angeklagt.

Im Diesel-Skandal bei Audi hat die Staatsanwaltschaft München II Anklage gegen vier weitere Manager des Autobauers erhoben. Konkret geht es um drei Ex-Vorstände und den langjährigen Dieselmotorenchef im Werk Neckarsulm. Er ist seit acht Jahren im Ruhestand. Die Behörde wirft ihnen nach Angaben vom Donnerstag Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung vor.

Gegen zwei dieser Manager war bereits Anfang 2019 vor einem Gericht in Detroit in den USA Anklage erhoben worden. Der Betrugsprozess soll am 30. September vor dem Landgericht München II beginnen.

Dem früheren Hauptabteilungsleiter wirft die Staatsanwaltschaft vor, für Fahrzeuge der Marken Audi, VW und Porsche die Entwicklung von Motoren veranlasst zu haben, deren Steuerung mit einer unzulässigen Softwarefunktion ausgestattet war. Durch diese Manipulationen wurden die Grenzwerte zwar auf dem Prüfstand eingehalten, nicht aber auf der Straße. Laut der Anklage sind über 430.000 Fahrzeuge betroffen. Die Anklage gegen das Quartett umfasst 434 420 Autos, die in Europa und den USA verkauft wurden.

Spätestens im Jahr 2013 soll das Wissen über die Manipulationen dann auch die Vorstände erreicht haben. Die ehemaligen Vorstände sollen den Verkauf trotzdem veranlasst beziehungsweise nicht verhindert haben. In München stehen wegen des Dieselskandals von Ende September an bereits der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler, der frühere Audi- und Porsche-Manager Wolfgang Hatz und zwei weitere Ingenieure vor Gericht. Trotzdem habe er den Verkauf der Fahrzeuge nicht verhindert. Audi erklärte, die Anklagen gegen "Einzelpersonen" seien getrennt vom Verfahren gegen das Unternehmen zu sehen - es war 2018 gegen ein Bußgeld von 800 Millionen Euro abgeschlossen worden. Für den Prozess hat das Gericht fast 200 Verhandlungstage bis Ende Dezember 2022 eingeplant. Stadler und den drei weiteren Beschuldigten drohen mehrjährige Haftstrafen.

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