Anschlag auf Marathonlauf: Todesurteil gegen den Bostoner Bombenattentäter aufgehoben

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Dschochar Zarnajew, der Verantwortliche des Anschlags auf den Boston Marathon 2013, auf einem Foto des FBI.

Ein Bundesberufungsgericht in den Vereinigten Staaten hat das Todesurteil gegen den Attentäter vom Bostoner Marathonlauf, Dschochar Zarnajew, aufgehoben. Selbst wenn dabei die Aufhebung des Todesurteils bestätigt werden sollte, würde Zarnajew zumindest zu lebenslanger Haft verurteilt werden, erklärte das Berufungsgericht.

Zarnajew und sein älterer Bruder Tamerlan hatten im April 2013 zwei Sprengsätze im Zielbereich des Boston-Marathons gezündet. Drei Menschen wurden bei dem schwersten Terroranschlag in Amerika seit dem 11. September 2001 getötet, mehrere der 264 Verletzten verloren Arme oder Beine. Während der mehrtägigen Flucht kamen zudem ein Polizist und Tamerlan ums Leben.

Zarnajew konnte zum Tode verurteilt werden, obwohl Massachusetts die Todesstrafe bereits in den frühen 1980er Jahren abgeschafft hatte, weil er nach Bundesrecht vor Gericht gestellt wurde. Die Geschworenen entschieden nach gut 14-stündigen Beratungen in sechs von 30 Anklagepunkten, derer er für schuldig befunden wurde, für die Todesstrafe.

Im ersten Prozess sei nicht sichergestellt worden, dass die Geschworenen tatsächlich unvoreingenommen gegenüber Zarnajew waren, urteilte das Berufungsgericht. Das Bezirksgericht habe "Vorurteile oder Befangenheit" nicht erkennen können, weil es potenziellen Geschworenen die Möglichkeit verweigert habe, inhaltliche Fragen zu dem zu stellen, was sie über den Fall gelesen und gehört hätten. Die Verteidigung beschrieb ihn als Mitläufer unter dem Einfluss seines Bruders. Er bete zu Allah, dass der ihm gnädig sei.

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