17-Jähriger in den USA festgenommen — Nach Twitter-Hack

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Auf den gehackten Twitter-Konten war ein Aufruf erschienen, binnen 30 Minuten Bitcoins zu überweisen.

Nach dem massiven Twitter-Hack auf Prominente wurde ein 17-Jähriger in den USA als Hauptverdächtiger festgenommen.

"Die Straftaten wurden begangen, indem die Namen von berühmten Menschen und Prominenten verwendet wurden, aber diese sind nicht die Hauptopfer", erklärte der für die Region um Tampa zuständige Staatsanwalt Andrew Warren, der die Ermittlungen gegen den 17-Jährigen leitet. Den dreien drohen bei einer Verurteilung Haftstrafen. Aufgrund der Schwere der ihm vorgeworfenen Vergehen werde der Verdächtige als Erwachsener behandelt. Er habe keinen Widerstand geleistet. Gegen den "Drahtzieher" des Hacks lägen 30 Anklagepunkte vor - unter anderem Hacking, Kommunikationsbetrug, organisierter Betrug und betrügerische Verwendung persönlicher Informationen.

Neben Barack Obama, Joe Biden und Unternehmer Michael Bloomberg waren eine Reihe von Milliardären wie Microsoft-Mitgründer Bill Gates und Tesla-Chef Elon Musk betroffen. Auch Firmen-Accounts, etwa von Apple, wurden gehackt. Nutzer wurden in den Tweets dazu aufgerufen, Kryptowährung Bitcoin auf ein bestimmtes Konto zu schicken - verbunden mit dem Versprechen, den Betrag doppelt zurückzuzahlen.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die Beschuldigten so Bitcoins im Wert von mehr als 100.000 Dollar erbeutet haben, mehr als 400 Überweisungen gingen bei ihnen ein. Der Schaden hätte dabei durchaus größer sein können, wenn der Hack noch professioneller vorbereitet gewesen wäre, beispielsweise mit einem gezielten Spendenaufruf oder einer politischen Botschaft, so Experten. Ihm könnten bis zu 45 Jahre Haft drohen. Dem 22-Jährigen Nima F. aus der Stadt Orlando in Florida, online auch bekannt als "Rolex", wird Beihilfe zum unerlaubten Eindringen in einen Computer vorgeworfen, wofür ihm fünf Jahre Haft drohen könnten. Es blieb jedoch zunächst unklar, ob sie festgenommen worden waren.

Bei dem Hackerattacke auf den Kurznachrichtendienst Twitter wurden die Konten von zahlreichen Prominenten angegriffen. Die rasche Strafverfolgung in diesem Fall zeige aber, dass solches Handeln Spuren hinterlasse und schnell Konsequenzen habe, sagte er.

Die Ermittlungen wurden von der Bundespolizei FBI und dem Secret Service unterstützt. Dahinter steckte nach Angaben der Staatsanwaltschaft offenbar ein 17-Jähriger.

Twitter hatte nach dem Hack erklärt, einige Mitarbeiter seien "manipuliert" worden und die Angreifer hätten sich mit deren Login-Daten Zugriff auf interne Systeme der Firma verschaffen können. Bei 45 Konten hätten die Hacker "die Kontrolle übernehmen und Tweets senden" sowie Passwörter ändern können.

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