Trotz Sanktionen: Huawei neue Nummer eins im Smartphone-Markt

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Das berichtet das Marktforschungsunternehmen Canalys.

Huawei profitierte im vergangenen Quartal von der starken Position im Heimatmarkt, während die Verkäufe beim langjährigen Marktführer Samsung in der Corona-Krise absackten, wie die Analysefirma Canalys am Donnerstag erläuterte.

Huawei Technologies konnte die Marktführung trotz der vehementen Handelsrestriktionen erlangen, die es dem Unternehmen verbieten, Geräte in den USA zu verkaufen und auf Googles oder andere Dienste von US-Unternehmen zuzugreifen. Zwar schränkten die Sanktionen der USA gegen Huawei das Geschäft des Konzerns im Ausland ein - auf dem Heimatmarkt China jedoch dominiert der Konzern klar: Dort seien mehr als 70 Prozent der verkauften Smartphones von Huawei gewesen, teilte Canalys mit.

Huawei verkauft mittlerweile fast zwei Drittel seiner Smartphones in China, wo der Absatz um acht Prozent zulegte.

Samsungs weltweiter Absatz fiel nach Berechnungen der Analysten im Jahresvergleich um 30 Prozent auf 53,7 Millionen Geräte. Für Huawei ermittelten die Marktforscher dagegen einen Rückgang von nur fünf Prozent auf 55,8 Millionen Smartphones. Analyst Stanton erklärte, der Konzern habe stark von der Erholung der chinesischen Wirtschaft nach der Corona-Krise profitiert. Im zweiten Quartal sind die Verkäufe in China um 8 Prozent gestiegen.

Die Marktführung könnte für Huawei jedoch nur von kurzer Dauer sein, da die Marktpräsenz in China allein nicht ausreicht. Canalys-Analyst Mo Jia betont, dass "es schwer wird für Huawei, seine Führung langfristig zu halten". Die Handelspartner in wichtigen Märkten wie Europa würden immer "vorsichtiger" - sie entschieden sich für weniger Modelle von Huawei und setzten eher auf andere Hersteller. Marktstärke in China allein wird nicht ausreichen, Huawei an der Spitze zu halten, sobald die Weltwirtschaft sich wieder erholt.

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