Historischer Konjunktureinbruch in den USA

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Regierungen stemmen sich mit gigantischen Konjunkturpaketen gegen die Krise. Die wegen des Virus verhängten Einschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft wurden seit Mai zunehmend gelockert. Es schrumpfte im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 10,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte. In den USA wird berechnet, wie stark die Wirtschaftsleistung sinken würde, wenn der Rückgang das ganze Jahr über so anhalten würde. Deutschland befindet sich damit in einer Rezession. Dekabank-Volkswirt Andreas Scheuerle sprach von einer "Jahrhundertrezession". Zugleich appellierte Altmaier an die Menschen, die Infektionszahlen gering zu halten, "dabei müssen alle mitwirken". "Damit bleibt auch die wirtschaftliche Unsicherheit hoch, und das ist Gift für die Konjunktur", sagte der Konjunkturchef des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Stefan Kooths. Zudem werde immer klarer, dass viele Arbeitsplätze in der Krise nicht nur temporär weggefallen, sondern dauerhaft verschwunden seien.

Wichtige Indikatoren brachen dramatisch ein, die Arbeitslosenquote stieg dafür stark an. Im Juli waren 2,91 Millionen Menschen ohne Job, 57.000 mehr als im Juni und 635.000 mehr als vor einem Jahr. Doch damals ging das BIP im Vergleich zur aktuellen Situation "nur "um 4,7 Prozent zurück". Vor den Sommerferien stellen weniger Betriebe neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein und Ausbildungsverhältnisse enden. Terzenbach betonte aber auch, der Arbeitsmarkt werde noch lange mit den Folgen der Pandemie und den Maßnahmen zur Eindämmung zu kämpfen haben.

Zeitgleich teilte die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mit, dass die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland von Juni auf Juli in saisonüblicher Höhe gestiegen ist. Vor der Pandemie hatte sie noch bei 3,5 Prozent gelegen. Das war der stärkste Rückgang in einem Vierteljahr seit Beginn der Aufzeichnungen.

Vielmehr wird die Entwicklung innerhalb eines Quartals auf das gesamte Jahr hochgerechnet. Diese Berechnungsweise ist bei größeren Ausschlägen wie im zweiten Quartal allerdings missverständlich. Nach der in Europa gebräuchlichen Berichtsweise im Vergleich zum Vorquartal entspräche der Rückgang umgerechnet einem Minus von fast 10 Prozent. Die Zuspitzung der Corona-Pandemie ab Mitte März stürzte die USA dann in eine schwere Wirtschaftskrise. In der zweiten Maihälfte und im Juni gab es bereits Zeichen einer Erholung.

Für die exportorientierte deutsche Wirtschaft wäre das keine gute Nachricht.

Nach Angaben der Wiesbadener Behörde sind im zweiten Quartal die Exporte und Importe von Waren und Dienstleistungen erheblich eingebrochen sowie die privaten Konsumausgaben und die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen wie Maschinen.

Erstmeldung vom Donnerstag, 30.07.2020, 17.12 Uhr: Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im zweiten Quartal wegen der Coronavirus-Pandemie trotz gewaltiger Konjunkturpakete in historischem Ausmaß eingebrochen.

Der Deutschen Bundesbank zufolge dürfte der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Aktivität bereits im April erreicht worden sein.

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