Apple, Amazon, Google, Facebook: Tech-Riesen mit Milliardengewinnen

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Bei einer mehr als fünfstündigen Anhörung in einem Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses haben Demokraten die Marktmacht von Amazon, Apple, Facebook und Google angegriffen.

Die Ergebnisse lagen erheblich über den Prognosen der Analysten, die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit kräftigen Kursaufschlägen.

Die Corona-Krise, die zum ersten Mal in einem vollen Quartal erfasst wurde, hat sich zwar bei einigen der Unternehmen negativ bemerkbar gemacht, aber insgesamt stehen sie sehr robust da.

Neben dem Online-Handel blieb auch die Cloud-Plattform AWS ein lukratives Geschäft für Amazon - unter anderem, weil die vermehrte Heimarbeit die Nachfrage steigen lässt. Der Gewinn war mit 5,2 Milliarden Dollar in etwa doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor - und das, obwohl Amazon in dem Quartal vier Milliarden Dollar für Corona-Maßnahmen wie Schutzausrüstung, Reinigung und Prämien ausgab. Der CEO von Google, Sundar Pichai, der im Silicon Valley für sein Engagement für faire Geschäftspraktiken und Transparenz einen hervorragenden Ruf genießt, musste zum ersten Mal im Jahr 21 einen Umsatzrückgang bekannt geben. Es sei aber nicht sicher, dass sich diese Werte durchsetzen werden: "Zum Beispiel baut China eine eigene Version des Internets auf, die auf ganz andere Ideen ausgerichtet ist - und sie exportieren ihre Vision in andere Länder", mahnt der Facebook-Chef.

Letzteres könnte damit zusammenhängen, dass Google, Apple, Facebook, Amazon und deren Führungskräfte an Politiker spendeten. Zugleich waren in den vergangenen Wochen auch viele große Werbekunden dem Aufruf gefolgt, bei Facebook keine Anzeigen zu schalten, um gegen die Verbreitung von Hassrede und falscher Informationen bei dem Online-Netzwerk zu protestieren.

Instagram und WhatsApp lieferten den Nutzern einen besseren und sichereren Service dank der Ressourcen von Facebook. Wenn Sie jetzt WhatsApp und Instagram hinzufügen, verdient die Social-Media-Gruppe 14 Prozent und hat 3,14 Milliarden Nutzer pro Monat. Wie es bereits in der Gewinnwarnung hieß, konnte das Vorjahresergebnis nicht gehalten werden. Der Gewinn brach im Jahresvergleich von 9,95 Milliarden auf 6,96 Milliarden Dollar ein. Im zweiten Quartal schoss der Umsatz im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 88,9 Milliarden US-Dollar (75,1 Mrd Euro) hoch, wie der weltgrößte Online-Händler nach US-Börsenschluss am Donnerstag mitteilte. Alphabets Geldmaschine - das Anzeigengeschäft von Google - erhielt in der Krise einen seltenen Dämpfer. Das sind acht Prozent weniger als im Vorjahr. Die Aktie verbuchte zunächst lediglich einen leichten Anstieg. Sie sind seit Jahresanfang trotz der Corona-Krise deutlich gestiegen und bewegen sich in der Nähe eines Allzeithochs. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal 2019 waren es noch rund 2,625 Milliarden US-Dollar. Alle Produktbereiche legten zu. Bei der Videotochter Youtube stiegen die Werbeerlöse hingegen um sechs Prozent auf 3,8 Milliardne Dollar.

Die Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten. Apple kündigte zugleich einen Aktiensplit im Verhältnis 4 zu 1 an, um das Papier erschwinglicher zu machen. Der weltgrößte Onlinehändler schnitt im Zuge des Corona-Lockdown und der massenhaften Geschäftsschließungen deutlich besser ab als von Experten erwartet. Anbieter wie Spotify kritisieren, dass sie bei Verkäufen dort 15 bis 30 Prozent der Erlöse an Apple abgeben müssen. Auf den nordamerikanischen Markt entfielen 55,43 Milliarden Dollar mit einem operativen Gewinn von 2,1 Milliarden Dollar.

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