Strafverfahren gegen FIFA-Boss Infantino eröffnet

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Ein Strafverfahren gegen den FIFA-Präsident Gianni Infantino wurde jüngst in der Schweiz eröffnet.

"Er (der außerordentliche Staatsanwalt) kommt zum Schluss, dass im Zusammenhang mit den Treffen von Bundesanwalt Michael Lauber mit dem FIFA-Präsidenten und dem Walliser Oberstaatsanwalt Anzeichen für ein strafbares Verhalten bestehen", heißt es in der Mitteilung der Aufsichtsbehörde. Es geht um geheime Treffen. Dabei geht es um eines von drei Geheimtreffen Laubers mit dem Fußball-Weltverbandspräsidenten Infantino vom 16. Juni 2017, das alle der mutmaßlich fünf Teilnehmer vergessen haben wollen. Angeklagt wird auch ein ebenfalls bei den Treffen anwesender Oberstaatsanwalt. Infantino habe "sicherlich nichts falsch gemacht, indem er Herrn Lauber getroffen hat", hieß es damals.

Damit gerät Infantino gut ein Jahr nach seiner Wiederwahl als Fifa-Präsident weiter in Erklärungsnot. Es sei kein Vergehen, den Bundesanwalt zu treffen. Er ist aber noch bis Ende Jänner 2021 im Amt und deshalb vor Strafverfolgung geschützt. Die Treffen sollen auf Wunsch Infantinos arrangiert worden sein - Lauber hatte zu diesem Zeitpunkt aber mehrere Verfahren im Bereich des Weltfußballs geleitet, darunter auch das im Sommermärchen-Skandal um die WM-Vergabe 2006 nach Deutschland, das Ende April wegen Verjährung eingestellt wurde.

Lauber hatte seinen Rücktritt eingereicht, nachdem die Aufsichtsbehörde ihn wegen der Treffen bereits gerügt und ihm eine Verletzung seiner Amtspflichten und unwahre Aussagen vorgeworfen hatte. Deshalb beantragte der eigens eingesetzte außerordentliche Staatsanwalt Stefan Keller beim Parlament die Aufhebung seiner Immunität. Dabei geht es um eine Justizaffäre, in die der Leiter der Bundesanwaltschaft, Michael Lauber, und Infantino selbst verwickelt sind. "Es geht dabei um Amtsmissbrauch (Art. 312 StGB), Verletzung des Amtsgeheimnisses (Art. 320 StGB), Begünstigung (Art. 305 StGB) und die Anstiftung zu diesen Tatbeständen", zitiert die Süddeutsche Zeitung Keller. Er wies die Anschuldigungen zurück.

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