Fall Maddie: Polizei gräbt in Kleingarten in Hannover | BR24

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Madeleine McCann verschwand aus einem Apartmentkomplex in Praia da Luz in Portugal, während ihre Eltern am 3. Mai 2007 in einem nahe gelegenen Tapas-Restaurant zu Abend aßen. Es geht um die vor 13 Jahren in Portugal verschwundene kleine Maddie.

Christian B. habe Kleingartenparzellen sowohl bei Hannover als auch bei Braunschweig besessen.

Bereits am Dienstag sind Fundamente weggebaggert worden.

Der Mann soll das dreijährige Mädchen 2007 aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve entführt haben. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig bestätigte am Dienstag den Einsatz gegenüber der Nachrichtenagentur "AP": Es liefen "Maßnahmen im Zusammenhang mit unseren Ermittlungen im Fall Maddie McCann". Die Erde wird auch am Mittwoch weiter von einem kleinen Bagger ausgehoben. Mehrere Polizisten durchkämmten am Dienstag an der betroffenen Parzelle zwischen Hannover-Ahlem und Seelze-Letter das Erdreich mit Schaufeln und Harken. Hierbei handelt es sich um einen 43-jährigen Deutschen, der derzeit in Kiel im Gefängnis sitzt.

Unter den Fundamentresten eines Kleingartenhauses hätte die Polizei einen verborgenen Kellerraum entdeckt, der zu dem ehemaligen Gartenhaus gehört haben könnte. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie tot ist. Sie hat deshalb damit begonnen, eine Kleingarten-Parzelle in Hannover zu durchsuchen. Das Grundstück, auf dem gegraben wurde, liegt zwischen einer Bundesstraße und einem Kanal. Das Landgericht Braunschweig hat ihn Ende 2019 wegen schwerer Vergewaltigung unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Demnach hatte er 2005 in Praia da Luz - dem späteren Entführungsort von Madeleine - eine damals 72-jährige Amerikanerin vergewaltigt.

Der Verdächtige äußert sich laut seinem Verteidiger nicht zu dem Vorwurf, Madeleine McCann entführt und ermordet zu haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Verdächtige Deutsche hat indes seinen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung zurückgenommen. Dort besaß er von Oktober 2013 bis April 2016 einen Kleingarten.

"Eigentlich war er unauffällig, er war immer freundlich und hat seine Gartenarbeit gemacht", sagte der Vorsitzende des Gartenvereins Kennelblick, Jürgen Krumstroh, am Mittwoch der dpa.

Wie der Pächter der unmittelbar angrenzenden Nachbarparzelle der Deutschen Presse-Agentur sagte, war das Gartengrundstück zuletzt unbenutzt.

"Ich war geschockt, als ich bei der neuen Fahndung nach Maddie im Frühjahr auf einmal sein Bild gesehen habe".

Vor Start der Arbeiten hatte die Polizei den Baum fällen und Buschwerk entfernen lassen.

"Sein Abschied aus der Gartenkolonie sei jedoch seltsam gewesen". "Er hat mir nachmittags die Kündigung gebracht, ist in seinen vollgepackten, randvollen Kleinwagen gestiegen, und danach habe ich nie wieder was von ihm gehört".

Die Staatsanwaltschaft äußerte sich nicht dazu, ob Durchsuchungen auch im Braunschweiger Kleingarten geplant seien. Was genau die Ermittler suchen, ist nicht bekannt.

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