Sonnenfotos von Raumsonde "Solar Orbiter": Spektakuläre Farbfotos

Einstellen Kommentar Drucken

Darauf zu sehen sind eine Art brodelnder Lagerfeuer, die auch einen Eindruck von den immensen Temperaturen vermitteln.

Nach Angaben des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung gab es zwar bereits Missionen zur Sonne.

"Wir freuen uns alle sehr über diese ersten Aufnahmen, aber sie sind erst der Anfang", sagte Esa-Mitarbeiter Müller. Noch nie zuvor seien Sonnenaufnahmen aus dieser geringen Entfernung gemacht worden. "Wir können auch sehen, wie sich unsere zehn wissenschaftlichen Instrumente ergänzen und ein ganzheitliches Bild von der Sonne und ihrer Umgebung liefern". Eine Hoffnung sei, dass man künftig Vorhersagen über Sonnenaktivitäten machen könne, sagte der Direktor des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung, Sami Solanki.

Diese Lagerfeuer, kleine Sonneneruptionen, seien für sich genommen unbedeutend, sagte Frédéric Auchère vom Institut für Weltraumastrophysik in Frankreich laut Mitteilung. Die physikalischen Mechanismen seien auch nach jahrzehntelanger Forschung nicht vollständig bekannt. "Die Instrumente sind noch nicht voll konfiguriert".

Die Sonde wird von den Forschern aus dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum (Esoc) in Darmstadt gesteuert und kostet nach Schätzungen rund 1,5 Milliarden Euro. Die ersten Daten zeigen nach Auffassung der Projektwissenschaftlerin der US-Raumfahrbehörde Nasa, Holly Gilbert, die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den beiden Raumfahrtbehörden Esa und Nasa sowie den Nutzen der vielfältigen Datensätze bei der Entschlüsselung der Geheimnisse der Sonne.

"Solar Orbiter" startete am 10. Februar vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral ins All. Das Instrument blickt in verschiedene Schichten der Korona - der heißen, äußeren Atmosphäre der Sonne -, die in erster Linie ultraviolettes Licht abstrahlt, das zum größten Teil in der Erdatmosphäre absorbiert wird. Um bei seinem Flug um die Sonne vor den hohen Temperaturen geschützt zu sein, verfügt die Sonde über ein Hitzeschild aus Titan. Auf der Oberfläche der Sonne herrschen Temperaturen von rund 5.500 Grad, in ihrem Inneren sind es sogar 15 bis 16 Millionen Grad. Zudem wird "Solar Orbiter" die Bahnebene, in der die Erde und die anderen Planeten um die Sonne kreisen, verlassen und so erstmals auf die Pole der Sonne schauen können. Die ESA-Wissenschaftler müssen nun untersuchen, ob es sich wirklich nur um Mini-Eruptionen oder etwas anderes handelt. Sie soll sich der Sonne noch bis auf 42 Millionen Kilometer nähern.

Österreich beteiligte sich an drei der zehn Instrumente an Bord sowie an der Sonde selbst. Denn Sonnenstürme können beispielsweise Satelliten außer Gefecht setzen, die Energieversorgung, GPS-Navigation und den Handyempfang stören.

Comments