Fussball: Mattersburg droht Lizenzverfahren, Pucher kündigte "geordnete Übergabe" an

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Vorstandsdirektor Martin Pucher sowie seine Vorstandskollegin sind zurückgetreten - die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Mit dem damaligen Austritt bei Raiffeisen wurde die Bank zur Commerzbank Mattersburg-Burgenland AG. In der Bank sind selbst damit keine weiteren Einzahlungen oder Abhebungen oder Überweisungen möglich.

Bekommt der SV Mattersburg nun schwere Existenzprobleme? Für Auszahlungen von Einlagen springt die gesetzliche Einlagensicherung ein. Die Mattersburg-Bank, zuvor Raiffeisenbank Schattendorf, hatte sich nach einem Streit über die Geschäftsausrichtung Mitte der 90er Jahre aus dem Raiffeisen-Sektor verabschiedet. Die Aufseher haben die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eingeschaltet.

"An einen Fortbestand ist in keinster Weise zu denken".

Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) rechnet damit, dass die Bundesliga nach dem Bilanzskandal der Commerzialbank Mattersburg ein Lizenzierungsverfahren gegen den SV Mattersburg, dessen wesentlicher Sponsor die Bank war, eröffnen wird. Das Land richtet nun Hotlines für Betroffene ein. Der Verdacht der Bilanzfälschung und der Untreue steht im Raum. Doskozil: "Aufgrund eines riesigen Betrugs werden sehr viele persönliche Schicksale negativ beeinflusst". Das Land werde seinen Teil dazu beitragen. "Ich hätte niemals daran gedacht, dass dieser Mann ein solches Delikt begeht", betonte Doskozil. Pucher könne sich "gar nicht vorstellen, was er damit angestellt hat". Sie soll allerdings in anderer Form erhalten bleiben. Die Filialen der Bank Burgenland und der Erste Bank werden in Mattersburg deshalb ihre Öffnungszeiten voraussichtlich für die nächsten zwei Wochen bis 18.00 Uhr verlängern. Konkret habe es Filialen der Commerzialbank in neun Gemeinden gegeben. Mehr als 50 Mitarbeiter sind bei der Bank beschäftigt. Auch 250 Mitarbeiter der Landesregierung, die ihre Gehälter über die Mattersburg-Bank beziehen, seien betroffen.

Einer der Betroffenen ist die börsennotierte Wiener Technologiefirma Frequentis, einer der großen Kunden der Commerzialbank. Wie die Finanzmarktaufsicht Mittwochvormittag mitteilte, ist der Einlagensicherungsfall durch Zahlungsstopp der FMA (Untersagung der Fortführung des Geschäftsbetriebs) ausgelöst worden.

"Frequentis beobachtet die Situation sehr genau und evaluiert alle Maßnahmen, um ihre Rechte zu wahren", so das Unternehmen, das Anlagen für sichere Kommunikation anbietet. "Bei anderen Banken verfügt die Frequentis-Gruppe per 30. Juni 2020 über Einlagen von mehr als 56 Millionen Euro". Es habe aber keinen Einfluss auf das operative Geschäft, so Frequentis.

Das Land selbst ist laut Doskozil nicht betroffen. Die Energie Burgenland veranlagte rund fünf Millionen Euro bei der Commerzialbank. Es habe keine Geschäftsbeziehung zu der Mattersburg-Bank gegeben. Es bestehe der Verdacht, dass "Fantasiekredite erfunden" wurden, sagte Doskozil, der sich auch persönlich "zutiefst enttäuscht" über den bisherigen Direktor der Regionalbank zeigte. Die Höhe des Schadens sei derzeit noch nicht absehbar. Laut FMA sei die Lage "dramatisch", so Doskozil.

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