Drohung zurückgenommen - US-Regierung weist Studenten nicht aus

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Während deutsche Universitäten schon aus Rücksicht auf ihre ausländischen Studenten so viele Präsenzveranstaltungen wie möglich anbieten und klare Perspektiven für das Wintersemester formulieren, drohte deutschen Studenten in den Vereinigten Staaten die Ausweisung, wenn ihre Hochschulen im Wintersemester nur Online-Lehre anbieten.

Einwanderungsbehörde EIS hatte letzte Woche den umstrittenen Deal angekündigt.

Die Elite-Universitäten Harvard und MIT hatten gegen die Massnahme geklagt. Mehr als 180 US-Universitäten sowie 26 Städte und Bezirke schlossen sich der Klage an. Darüber hinaus haben 17 US-Bundesstaaten und der Distrikt Washington rechtliche Schritte gegen die geplante Einigung eingeleitet. Im Protokoll der Anhörung heisst es, die Regierung verwerfe die geplante Massnahme und kehre zur Regelung vom März zurück. Darin wurde ausländischen Studenten wegen der Pandemie ausdrücklich erlaubt, ausschliesslich Online-Kurse zu besuchen.

Die geplante Regelung hatte zu Kritik an der Regierung von US-Präsident Donald Trump (74) und zu Verunsicherung unter ausländischen Studenten geführt.

Die University of Southern California (USC) reagierte nun "begeistert "auf die Rücknahme der Maßnahme". Deutsche Studierende hatten zuletzt die Bundesregierung um Unterstützung gebeten.

"Studierende aus der ganzen Welt können endlich wieder aufatmen", sagte der deutsche Harvard-Student Maximilian Klein, der zu den Initiatoren des Briefes gehörte, am Dienstag.

Der Erfolg sei auch den Studierenden selbst zu verdanken, die sich in kürzester Zeit an der Seite ihrer Universitäten zur Gegenwehr mobilisiert hätten. "Ich hoffe, dass sie damit wieder sicher sein können, in den USA bleiben zu dürfen, auch wenn ihre Universitäten momentan pandemiebedingt nur Online-Kurse anbieten".

Trump dringt auf eine Öffnung aller Schulen und Universitäten im Herbst. Am Dienstag aber lenkte die Regierung Trump überraschend ein. Der Präsident der Deutschen Rektorenkonferenz (HRK), Peter-André Alt, hatte die neuen Visabestimmungen in den USA als "Hindernis für die deutsch-amerikanischen wissenschaftlichen Beziehungen" bezeichnet. Im Juni verfügte er die Aussetzung verschiedener Arbeitsvisa. Hintergrund für die Verfügung war die hohe Arbeitslosigkeit infolge der Corona-Pandemie in den USA. Sie helfen demnach, fast 460.000 Arbeitsplätze zu sichern.

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