Studie: Coronavirus befällt auch das Herz

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Das Coronavirus fällt die Lunge an, das ist bekannt. Aber wie sieht es mit anderen Organen aus? Mediziner am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf fanden heraus: Das Virus kann auch das Herz angreifen. Das Ergebnis: Das Virus greift auch dieses Organ an und kann sich dort sogar vermehren.

"Mit den nun vorliegenden Untersuchungsergebnissen haben wir deutlich mehr Klarheit", sagt Studienleiter Prof. Westermann aus dem Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg des UKE.

Prof. Dr. Dirk Westermann aus der Klinik für Kardiologie. Zudem sei es in der Lage, die Genaktivität infizierter Herzzellen zu verändern, hieß es in einer Pressemitteilung des Klinikums.

Ob diese Veränderung der Herzzellen auch Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf habe, lasse sich jedoch noch nicht abschließend klären, heißt es in der Mitteilung. Das Wissenschaftlerteam hatte die Aktivität von sechs entzündungsfördernden Genen genauer untersucht. Bei den 16 Infizierten mit der höchsten Viruslast war die Aktivität dieser Gene demnach deutlich erhöht.

Die Ergebnisse unterstützten die bisherige Beobachtung, dass eine Herzmuskelentzündung im Zusammenhang mit Covid-19 nur sehr selten auftrete. Die veränderte Genaktivität in den Herzzellen könnte Langzeitfolgen für die Gesundheit von Betroffenen haben. Künftig seien Reihenuntersuchungen an lebenden Covid-19-Patienten notwendig.

Die im Rahmen der Studie untersuchten verstorbenen Patientinnen und Patienten (23 Frauen, 16 Männer) waren im Mittel 85 Jahre alt. Alle wurden zu Lebzeiten mit einem Rachenabstrich positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet und entwickelten die für COVID-19 typische Lungenentzündung. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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