Mysteriöses Massensterben: Bis zu 300 tote Elefanten in Botsuana

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"Wenn man sich die Kadaver ansieht, sind einige von ihnen direkt auf ihr Gesicht gefallen, was darauf hindeutet, dass die Tiere sehr schnell gestorben sind".

Botsuana - Ein mysteriöses Elefantensterben im südafrikanischen Safari-Paradies Botsuana stellt Tierschützer und Regierung vor Rätsel. Selbst eine Vergiftung mit Anthraxbakterien gilt als unwahrscheinlich - sie kommt gewöhnlich nur in der Trockenzeit vor. Es ist das größte Massensterben der gefährdeten Art außerhalb einer Dürreperiode.

Wie Zeugen berichteten, wirkten die Elefanten vor ihrem Tod desorientiert und lahmten. Sie warnen außerdem, dass die unbekannte Todesursache der Elefanten auch für Menschen gefährlich sein könnte. Ist das Wasser vergiftet? In einem Bericht sei aber von mehr als 360 toten Elefanten die Rede, sagte Cyril Taolo, der Leiter der für Wildtiere und Nationalparks zuständigen Behörde. Die Ursache sei völlig unklar, nur Milzbrand und Wilderei konnten bisher ausgeschlossen werden. Die Tierschutzorganisation Elephants Without Borders (EWB) will in den vergangenen acht Wochen allein 356 tote Elefanten im Norden Botswanas ausgemacht haben.

Betroffen seien beide Geschlechter und fast alle Altersgruppen der Elefanten, heißt es weiter in dem Bericht. Laut dem EWB-Bericht könnte das Massensterben vor rund drei Monaten begonnen haben. "Wir haben einen Elefanten beobachtet, der im Kreis herumlief und es auch trotz der Hilfe anderer Tiere aus seiner Herde nicht schaffte, die Richtung zu wechseln", schreibt Case. Sie hätten noch lebende Elefanten angetroffen, die schwach, lethargisch und ausgezehrt gewirkt hätten. Proben der toten Tiere seien für Tests in die Nachbarländer Südafrika und Simbabwe geschickt worden. Während die Zahl der Elefanten in vielen Regionen Afrikas zurückgeht, ist sie in dem Binnenstaat laut offiziellen Angaben von etwa 50.000 im Jahr 1991 auf gut 130.000 Tiere angestiegen.

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