Japan - Hunderttausende müssen vor Überschwemmungen fliehen

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Wegen massiver Überflutungen und Erdrutschen in Folge sintflutartiger Regenfälle müssen sich im Südwesten Japans Hunderttausende Menschen in Sicherheit bringen.

Auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu stehen zahlreiche Wohngebiete unter Wasser.

Toshiaki Mizukami von der Präfektur Kumamoto sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Wir rufen die Menschen dringend dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um ihr Leben zu schützen, weil es immer noch ziemlich heftig regnet". In den Notlagern müssen gleichzeitig Vorkehrungen gegen eine Ausbreitung des Coronavirus getroffen werden.

"In der Luft hängt der Geruch von leckenden Gasleitungen und Abwässern", erzählte eine 32-jährige Bewohnerin der schwer betroffenen Stadt Ashikita in Kumamoto Reportern. Berichten zufolge wurden mehrere Brücken von den Wassermassen fortgerissen. Aus oberen Stockwerken winkten Menschen mit weißen Tüchern, um die Besatzung von Rettungshubschraubern auf sich aufmerksam zu machen. Auch Schlauchboote sind in den überfluteten Straßen im Einsatz. Es gab jedoch Probleme, einige der bergigen Regionen zu erreichen. In dem Pflegeheim befanden sich laut dem öffentlich-rechtlichen Sender 60 bis 70 Menschen, als am Samstagmorgen das Wasser bis in den zweiten Stock stieg, nachdem ein nahegelegener Fluss über die Ufer getreten war. Drei weitere Bewohner erlitten Unterkühlungen.

"Es war unheimlich", schilderte eine alte Frau in Kumamoto, die von Helfern auf dem Rücken aus ihrem überschwemmten Wohnviertel getragen wurde. Zu mehreren Bewohnern überschwemmter Städte gebe es keinen Kontakt, hieß es. Tausende Haushalte sind ohne Strom, und auch das Mobilfunknetz brach zeitweise zusammen. Stellenweise gingen Erdrutsche nieder. Mittlerweile unterstützt das Militär die lokalen Einsatzkräfte. Japans Regierungschef Shinzo Abe erklärte bei einer Notfallsitzung, 10.000 Soldaten würden in die Katastrophenregion entsandt, um den Einsatzkräften zu helfen. Zudem sollen die betroffenen Menschen mit Notfallgütern versorgt werden.

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