Asiatische Stechmücken auf dem Vormarsch

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Stechmücken können ein breites Spektrum an Infektionskrankheiten übertragen, wobei die verschiedenen Mückenarten durchaus unterschiedliche Erreger weitergeben. Mit ihnen steigt das Infektionsrisiko, z. Aktuellen Entwicklungen zufolge verbreiten sich asiatische Mückenarten zunehmend in Europa. Demnach verbreiten sich in Tirol mehrere ursprünglich aus Asien stammende Stechmückenarten. Damit steige auch das Risiko für die Übertragung gefährlicher Viren wie Dengue, Chikungunya und Zika. Die ForscherInnen empfehlen deshalb die Überwachung der Stechmückenfauna.

AdvertisementInsgesamt sind die zentralen Ergebnisse der Studie wenig erfreulich, berichtet das Forschungsteam. Laut einer neuen Studie sollen sich nun die asiatische Tigermücke und die japanische sowie die koreanische Buschmücke vermehrt in Tirol angesiedelt haben. Sie findet sich zudem in allen anderen Bundesländern in Österreich. Außerdem konnte die koreanische Buschmücke (Aedes koreicus) erstmals in Osttirol nachgewiesen werden. In Deutschland stellte man dies bereits vor einiger Zeit fest.

Österreichische Biologen haben dort Fallen aufgestellt, in die Mücken-Weibchen ihre Eier legten. Durchgeführt wurden die Proben in ländlichen und städtischen Gebieten, insbesondere aber auch an Autobahnen. Die feststellbare Verbreitung der stechenden Neuankömmlinge war dabei recht hoch, berichtet das Forschungsteam.

Das Resultat der Untersuchung: An 18 der 67 Standorte konnten die Forschenden Eier gebietsfremder Stechmücken ausfindig machen.

Sowohl die asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) als auch die japanische Buschmücke (Aedes japonicus) wurden auf Autobahnen und in städtischen Gebieten in Ost- und Nordtirol dokumentiert.

Der Nachweis der drei asiatischen Mückenarten ist für die Bevölkerung, die öffentliche Gesundheit und die relevanten Entscheidungsträger von großer Bedeutung, betonen die Wissenschafter. Die Tiere können gefährliche Krankheitserreger wie Dengue und Zika übertragen. So komme es durch die Tigermücke immer wieder zu lokalen Übertragungen der potenziell lebensbedrohenden Viruserkrankungen Dengue und Chikungunya, etwa in Frankreich und Italien, berichtet Führer. "Aufgrund unserer Ergebnisse ist eine fortlaufende Überwachung der neuen Mückenarten dringend erforderlich", so Führer abschließend.

Der häufige Nachweis invasiver Arten entlang der Autobahnen ist kein Zufall: "Gebietsfremde Mückenarten werden vorwiegend durch Gütertransfer eingeschleppt, sie können aber auch einfach mit dem Auto mitfahren. Daher sind Autobahnen die wichtigsten Eintrittspforten für invasive Mückenarten", erläutert der Studienerstautor Hans-Peter Führer.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden.

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