Kommunalwahlen in Frankreich - Hidalgo bleibt offenbar Bürgermeisterin von Paris

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Die Stichwahlen in knapp 5000 Kommunen waren eigentlich für Ende März geplant.

Die Präsidentenpartei dürfte auch mit ihrem ursprünglichen Vorhaben scheitern, Paris zu erobern und in anderen Städten für Überraschung zu sorgen. In Städten wie Lyon, Straßburg oder Bordeaux können sie laut Prognosen die Macht übernehmen.

Erst am Sonntag hatte es bei der Endrunde der Kommunalwahlen in Frankreich eine "grüne Welle" gegeben. Die Sprecherin von Europe Écologie - Les Verts, Eva Sas, sprach von einer "grünen Welle".

Experten erklären das Desinteresse vieler Bürger an der Wahl mit einer allgemeinen Ernüchterung über die Reformpolitik Macrons, zudem der langen Zeit zwischen den beiden Wahlgängen, aber auch mit einer gewissen Ansteckungsangst. Als Konsequenz wird eine Kabinettsumbildung erwartet. 16 Millionen Wählerinnen und Wähler - etwa ein Drittel der Wahlberechtigten in Frankreich - waren zur Stimmabgabe aufgefordert worden.

Der frühere Grünen-Europaparlamentarier und Macron-Vertraute Daniel Cohn-Bendit kritisiert die Strategie der Präsidentenpartei einer Verbindung mit der Rechten mit deutlichen Worten: "Das ist dumm, unnütz und kontraproduktiv", sagte er der Wochenzeitung "Le Journal de Dimanche", der üblicherweise aus seiner Sympathie für den europafreundlichen Macron keinen Hehl macht.

In der Hauptstadt Paris sicherte sich die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo im Bündnis mit den Grünen die Wiederwahl für sechs Jahre. In den Wahllokalen im Land gilt Maskenpflicht. Paris plant 2024 die Olympischen Spiele. Das Macron-Lager ging bis auf Le Havre leer aus. Eine Regierungssprecherin nannte die Ergebnisse enttäuschend. Noch vor drei Jahren hatte die junge Partei aus dem Stand die Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung errungen.

Macron und seine Frau Brigitte wählten im nordfranzösischen Seebad Le Touquet, wie TV-Bilder zeigten. Macron hatte angekündigt, dass er nach der Wahl seinen politischen Kurs festlegen will. Überraschend deutlich war der Sieg von Premierminister Philippe in Le Havre.

Da Philippe sich mehrfach gegen Ämterhäufung ausgesprochen hatte, müsste er das Amt des französischen Premiers theoretisch aufgeben, um Bürgermeister zu werden.

Am Montag kommt Macron zu einem Besuch bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Deutschland. Der RN-Politiker Louis Aliot setzte sich in der südfranzösischen Metropole Perpignan durch. Der Premierminister hatte sich während der Hochphase der Corona-Pandemie als Krisenmanager hervorgetan, laut Umfragen erhält er größere Sympathie als der Präsident.

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