Umwelt - Neue Art der Schweinegrippe mit Pandemie-Potenzial in China entdeckt

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"Es gibt keinen Hinweis darauf, dass G4 von Mensch zu Mensch weitergegeben wird, obwohl es schon seit fünf Jahren weit verbreitet ist". Auch sollen die Gesundheitsbehörden die in der Schweinezucht und Fleischindustrie tätigen Personen verstärkt darauf untersuchen.

Chinesische Wissenschaftler haben einen bisher nicht bekannten Stamm von Schweinegrippe ausgemacht, der laut einer im US-Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlichten Studie pandemiefähig sein kann. Darunter war der vor kurzem entdeckte Stamm des Grippevirus, der Gene des Virus H1N1 trägt. Es ist ebenfalls verwandt mit dem Geflügelgrippe-Virus.

Zudem konnten die Forscher in folgenden Versuchsreihen zeigen, dass sich das Virus in den Epithelzellen der menschlichen Atemwege vermehren kann.

Die Forscher haben in zehn Provinzen Chinas von 2011 bis 2018 das Grippevirus bei Schweinen beobachtet und in diesem Zeitraum rund 30.000 nasale Abstriche von den Tieren entnommen. Dies ermöglichte es, 179 Viren abzusondern, die die Schweinegrippe auslösen können.

Die Verfasser verweisen darauf, dass Schweine als Zwischenwirte oder sogar als "Mengmulden" im Prozess der Virenerzeugung bei einer pandemischen Grippe zu betrachten seien. In Experimenten mit Frettchen wiesen sie nach, dass es durch Aerosole übertragbar und infektiös ist.

Hinzu kommt, dass Menschen offensichtlich nicht durch andere Virusinfektionen - etwa durch die saisonale Grippe - eine Kreuz-Immunität gegen das neue Virus aufgebaut haben.

Bei 35 waren sie fündig geworden, das entspricht 10,4 Prozent.

Die Hauptsorge der Wissenschaftler sei es, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden könne. Es sei besorgniserregend, dass sich das Virus an den Menschen anpasse und sich damit das Risiko einer Pandemie beim Menschen erhöhe, schrieben die Forscher.

G4 stamme vom H1N1-Virus ab, das 2009 eine Pandemie ausgelöst hatte.

Eine zoonotische Infektion wird durch einen Erreger verursacht, der von einem Tier auf einen Menschen übergesprungen ist.

Die Studie sei "eine Erinnerung daran, dass wir ständig dem Risiko des erneuten Auftretens zoonotischer Krankheitserreger ausgesetzt sind und dass Nutztiere, mit denen der Mensch mehr Kontakt hat als mit Wildtieren, als Quelle für wichtige Pandemieviren dienen können", sagte James Wood, Leiter der Abteilung für Veterinärmedizin an der Universität Cambridge in Großbritannien.

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