"Enttäuschung" im Macron-Lager nach Kommunalwahlen

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Die Wahlbeteiligung lag am Sonntagnachmittag bei 34,67 Prozent, das waren nach Angaben des Innenministeriums rund 18 Punkte weniger als bei der Abstimmung 2014.

Die spektakulärsten Erfolge der Kommunalwahlen in Frankreich gehen auf das Konto der Grünen in Lyon, Bordeaux, Straßburg und Grenoble.

Erst am Sonntag hatte es bei der Endrunde der Kommunalwahlen in Frankreich eine "grüne Welle" gegeben. Die Sprecherin von Europe Écologie - Les Verts (EELV), Eva Sas, sprach von einer "grünen Welle".

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist bereit, die Bevölkerung vom kommenden Jahr an über bestimmte Fragen des Klimaschutzes abstimmen zu lassen.

Zudem kündigte Macron "15 Milliarden Euro zusätzlich" für den ökologischen Umbau der Wirtschaft nach der Corona-Krise an. Der Urnengang in fast 5000 französischen Gemeinden war wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. Zur Stimmabgabe aufgerufen waren gut 16 Millionen Wählerinnen und Wähler - das entspricht etwa einem Drittel der Wahlberechtigten in Frankreich.

In Paris triumphierten die sozialistische Amtsinhaberin Anne Hidalgo und ihre Verbündeten aus dem linken Lager - sie ließen die konservative Herausforderin Rachida Dati weit hinter sich. Mehrere Spitzenpolitiker, unter ihnen die Rechtspopulistin Marine Le Pen vom Rassemblement National (RN), äußerten sich besorgt darüber.

Die Stichwahlen waren eigentlich für Ende März geplant, mussten aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Macrons Kandidatin, die frühere Gesundheitsministerin Agnès Buzyn, war dort chancenlos. Noch vor sechs Jahren hatte die Beteiligung noch bei gut 62 Prozent gelegen. Die Hauptstadt hat in Frankreich eine besondere Symbolkraft.

Das Lager von Macron steckte ein schwere Niederlage ein. Die Präsidentenpartei La République en Marche (LREM) dürfte mit ihrem ursprünglichen Vorhaben scheitern, Paris zu erobern und in anderen Städten für Überraschung zu sorgen.

Noch vor drei Jahren hatte die junge Präsidentenpartei aus dem Stand die Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung errungen. Nur eine Erfolgsmeldung gibt es Premierminister Philippe trat in der Hafenstadt Le Havre an und konnte sich mit fast 60 Prozent klar durchsetzen.

Macron und seine Frau Brigitte wählten im nordfranzösischen Seebad Le Touquet, wie TV-Bilder zeigten. Macron hatte angekündigt, dass er nach der Wahl seinen politischen Kurs festlegen will. Macron plant nach der Schlappe seiner Partei bei diesen Wahlen und den heftigen Protestbewegungen der vergangenen Jahre eine Art Neu-Start mit einem teilweise ausgewechselten Regierungsteam.

Macron setzt unterdessen auf die große Politik - am Freitag konferierte er per Videoschaltung mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin, am Montag wird er bei der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in Meseberg erwartet. Die bürgerliche Rechte hielt Bastionen wie Nizza oder Toulouse. Philippe schneidet in Beliebtheitsumfragen deutlich besser ab als der Präsident. Der bekannte RN-Politiker Louis Aliot setzte sich laut France 2 in der Stichwahl im Stadt Perpignan durch.

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