In Zwickau rollte der letzte Verbrenner vom Band

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Im Zwickauer Volkswagen-Werk ist am heutigen Freitag (26. Juni 2020) das letzte Auto mit Verbrennungsmotor vom Band gelaufen.

Nach dem Golf nun der ID.3 - in der westsächsischen Autostadt endet eine Ära.

Der reine Stromer, der ab September auf den Markt kommt, soll eine neu konzipierte Fahrzeugserie begründen, die auch das Massenpublikum ansprechen und die Grundlage für weitere E-Modelle bilden soll.

Am Montag (29. Juni 2020) soll der Umbau beginnen, damit bis Ende des Jahres eine zweite Montagelinie für E-Autos steht. Insgesamt kostet VW die Umstellung hier 1,2 Milliarden Euro. Perspektivisch sollen es rund 330.000 im Jahr sein. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2015 liegt bei 301.000 Autos.

Der letzte Trabi - in knallpink und schon mit VW-Motor ausgerüstet - rollte am 30. April 1991 vom Band direkt ins Museum, während Volkswagen bereits ab dem 21. Mai 1990 den VW Polo in Zwickau produzierte. Die Gesamtinvestitionen liegen bis 2024 bei 33 Milliarden Euro, davon entfällt ein Drittel auf die Autos der VW-Hauptmarke. Das sind beinahe doppelt so viele wie vom DDR-Kultauto Trabant, das von 1957 bis 1991 im VEB Sachsenring produziert wurde, dem Nachfolger der zu DDR-Zeiten zwangsvereinten Werke von Horch und Audi. "Der Horch 14-17 PS war 1904 das erste Fahrzeug und damit auch der erste Verbrenner, der in Zwickau gebaut wurde", erklärt Bernd Czekalla vom Förderverein des Zwickauer August Horch Museums. Ab 11. Juli ist er in der Sächsischen Landesausstellung zu sehen, die bis zum Jahresende der Industriekultur des Freistaats gewidmet ist.

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